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Zwangsheirat und Vielweiberei immer noch verbreitet in Kirgisistan

 

Andere Länder –  andere Sitten: In Kirgisistan hielt man in den letzten drei Jahren 24 Tausend Entführungsfälle von Frauen zwecks Verheiratung fest. Solche Angaben, wie K-News mitteilen, führte Ombudsmann der Republik Kirgisistan Tursunbek Akun an. Der Menschenrechtsbeauftragte bemerkte dabei, dass die meisten Ehen, die infolge einer Entführung geschlossen wurden, später scheiterten.

Ende 2011 meldete die damalige vorläufige Präsidentin Kirgisistans Rosa Otunbaeva andere Daten. Laut ihrer Aussage hätte man den Hochzeitbrauch „der Brautentführung“ gegenüber 15 Tausend Frauen durchgeführt. Damals behauptete Otunbaeva, laut Informationen von Vesti.kg, dass das die Tradition des kirgisischen Volkes sei, vermerkte dabei jedoch, dass die entführten Bräute nicht selten Selbstmord begehen würden.

Nach Angaben, die die Verbandsleiterin der Krisenzentren Alexandra Efrenko vor kurzem veröffentlichte, wird jede fünfte Ehe in Kirgisistan auf gewaltsame Weise geschlossen.

Eine Brautentführung in Kirgisistan wird strafrechtlich verfolgt (im Falle der Entführung einer Volljährigen droht Freiheitsentzug bis zu drei Jahren, einer Minderjährigen – bis zu sieben Jahren). Trotzdem wenden sich die Betroffenen so gut wie nie an die Miliz. Wie die internationale Nachrichtenagentur „Fergana“ mitteilt, wurden in den letzten 12 Jahren in Kirgisistan nur 150 Fälle des Heiratszwangs registriert.

Mehrmals gab es in Kirgisistan Aufrufe zum verstärkten Kampf gegen diese Erscheinung (Ende 2011 wurde sogar „Monat des Kampfes gegen Brautentführung“ angesagt) und zur Verschärfung der vorgesehen Strafe für diese Tat. Im Staatskomitee für nationale Sicherheit, wie „Komsomol´skaja pravda“ schrieb, betonte man diesbezüglich, dass die maximale Frist des Freiheitsentzugs für eine Brautentführung bis zu zehn Jahr verlängert werden könnte, wenn man diesen Tatbestand in die Art schwerer Verbrechen überführt (so hätten die Rechtschutzorgane die Schuldigen auch ohne eine Anzeige seitens des Opfers verfolgen können).

Im kirgisischen Parlament wurde ebenso ein Gesetzesentwurf diskutiert, der Begrenzungen für den muslimischen Ehebrauch „nike“ aufstellte (der Gesetzesentwurf erlaubte den Geistlichen diesen Brauch nur in dem Falle durchzuführen, wenn die Ehe offiziell in einem Standesamt registriert wurde). In dem Fall, wenn das Dokument anerkannt wurde, würden die Brautentführer Schwierigkeiten mit der Ehelegitimierung haben. „Da die Brautentführung gesetzlich verboten ist, wird der größte Teil solcher Ehen, die durch einen Ehebrauch geschlossen wurden, vom Staat nicht anerkannt, – erklärt EurasiaNet. – Jedoch helfen oft Mullas solchen Zwangsehen in Vorstellung lokaler Gemeinschaft einen Siegel aufzudrücken“.

Der Gesetzesentwurf wurde durch vier Profilkomitees für richtig befunden, letztendlich aber durch das Parlament niedergestimmt. Laut einer Version entstünden bei männlichen Abgeordneten Befürchtungen, dass der Gesetzesentwurf, der die Durchführungsregeln des Brauchs „nike“ verschärft, im Kampf gegen eine andere Erscheinung – Vielweiberei – genutzt werden könnte (die in Kirgisistan offiziell verboten ist). „Es ist kein Geheimnis, dass Vielweiberei in Kirgisistan existiert und offiziell unter Verbot steht. Ich denke, dass viele Abgeordnete gegen das Gesetz abstimmten, weil sie ihre eigenen Interessen wahren wollen“, – sagte die Abgeordnete Asija Sasyskaeva dazu.

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