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Wie schlechter Journalismus Fremdenhass auslöste – Vom Hundetöten und viralen Lügen

Keine 4 Wochen ist es her – im Internet brach eine Riesenhysterie um das Hundetöten in der Ukraine. Unsere Website wurde von Tierfreunden überrannt, die sich über unseren Artikel mit Nachforschungen zu falschen Berichten über Tiertötungen beschwerten, uns als Tierhasser abstempelten und meinten, unser Artikel wäre gekauft (von wem, bitte?)… Und schon ist das ganze vergessen, kaum einer spricht noch über das Hundeleben – stattdessen diskutieren die Leute wie sich Deutschland wohl in der Gruppe mit Dänemark, Holland und Portugal schlägt. Heuchelei, wie viele Kommentatoren zu unserem Artikel sagten, war Ende November im deutschsprachigen Web großgeschrieben. Genau wie gefährliches Halbwissen, Naivität und Panikmache.

Hundekadaver in Sarajevo. Quelle: Kobuk.at

Um nochmal kurz ein Paar Beispiele zu nennen: in einem ARD-Beitrag wurde über das Verbrennen bei lebendigem Leib spekuliert – sofort wurde das als Tatsache gehandelt. Auch die Youtube Beiträge, bei denen Orte und Jahre nicht stimmten, wurden ohne nachzufragen als Wahrheit interpretiert. Auf einmal tauchten in der österreichischen Presse angebliche Bilder einer getöteten Hundemutter, die wie Kobuk berichtet, eigentlich aus Sarajevo (Bosnien) aus dem Jahr 2003 stammten. Rundherum wird eine Riesenstory gemacht und sofort wird die Ukraine zum Sündenbock. Danach erscheint ein Foto aus Rumänien sowie ein Video aus Indien. Alles soll sich in der Ukraine abgespielt haben. Als Krönung – eine Bilderserie aus einem asiatischen Land, wie man eindeutig aus den Fotos erkennt, die auch aus der Ukraine stammen soll. Eine Aneinanderreihung von Lügen, die eine Kettenreaktion hervorrief.

Hund wird zu Tode geschlagen in Asien - Noch ein Pseudoukrainisches Foto. Quelle: Facebook.com

Außer Beschimpfungen auf unserer Website, griffen die vermeintlichen Tierfreunde die Organisatoren der EM in der Ukraine – UEFA und die Sponsoren (z.B. McDonalds) an. Beide haben, um nicht ihrem Ruf zu schaden, Statements abgegeben und sich für den Tierschutz eingesetzt. Es gab auch angebliche Erfolge – die ukrainische Regierung setzte sich gegen Tiermorde ein (als ob sie sich irgendwann zu den Tiermorden bekannt hätten). So langsam ist der Hype inzwischen abgeflacht und es bleibt nur noch bei vereinzelten Beleidigungen auf der Facebook-Seite der Ukraine. Wie schrecklich diese jedoch sind, möchten wir mit ein Paar Beispielen zeigen.

Ukrainer - Töten ist in ihren Genen - behauptet diese Kommentatorin

Diese Frau behauptet, das Töten liegt in den Genen der Ukrainern, weil sie [Ukrainer] bereits im 2. Weltkrieg 14 Personen aus ihrer Familie getötet haben. Na was soll man dann über die Deutschen denken? Ob diese Kommentatorin sich diese Frage gestellt hat?

Lügende Bastards. Ihr seid nur für Prostitution bekannt!

Diese Kommentatoren äußert sich über die Ukraine als Land von „Nurses und Prostitution“.

Am krassesten ist allerdings der Eintrag dieser auf den ersten Blick harmlosen blonden Dame:

Ukrainer sollen getötet werden - behauptet dieser Kommentar

Sie würde am liebsten selbst die Beteiligten töten. Ob das den streunenden Hunden hilft?

Wir rufen alle Menschen dazu auf, die Informationen aus den Medien kritisch zu hinterfragen und nie in Hysterie zu verfallen.

10 Kommentare zu “Wie schlechter Journalismus Fremdenhass auslöste – Vom Hundetöten und viralen Lügen”

  1. Frank Seidelam 18.12.2011 um 18:12

    Der Umstand, dass im Netz und auch bei Facebook ständig falsche, z.T. alte- und gefakte Fotos auftauchen, das ist wahrlich nicht in Ordnung. Sicherlich sind derartige Bilder auch in Hinblick auf das Massaker an streunenden Hunden und Katzen in der Ukraine aufgetaucht. Genauso, wie Fotos anderen Inhalts, aber genauso falsch im Zusammenhang mit der arabischen Revolte auftauchen. Daraus den Schluß zu ziehen, dass die Despoten und ihre willfährigen Helfer in Wirklichkeit demokratisch legitimierte, humane und geradezu menschenfreundliche Herrscher seien, ist genauso absurd, wier Eure Behauptung, in der Ukraine würden keine Strassenhunde massenweise verfolgt und umgebracht. Das Gegenteil ist der Fall. Was in der Ukraine tatsächlich geschieht, ist noch viel schlimmer als geschildert. Denn „die Qualität einer Gesellschaft zeigt sich immer im Umgang mit ihren Schwächsten, sei es Mensch oder Tier.“ Und das ist es nun mal leider so. Die Ukraine ist ein Land, in dem es sich nicht gut leben lässt, weder als Mensch noch als Tier. Ein solches Land sollte mit internationalen Veranstaltungen wie der Fußball-EM für sein Versagen nicht noch zusätzlich belohnt werden.

  2. sara imolaam 19.12.2011 um 14:32

    omg die armen Tiere was haben die denn gemacht das die so bestraft werden? die die das machen können sich mal schämen….

  3. Peter Göhram 20.12.2011 um 19:13

    Über die Asiaten regt ihr euch auf das sie Katzen &Hunde fressen aber bei uns werden auch Mill.Tiere abgeschlachtet …aber hierzulande nennt man diese Tiere Lämmer,Ferkel,Kälber usw.aber das ist in Ordnung solange es keine Hunde &Katzen sind :-( Ukraine,Türkei und wie sie alle heißen diese Urlaubsländer sollte man vor Ort unterstützen und nicht Hunde herholen während dort wieder hunderte geboren werden…schuldzuweisungen helfen niemanden.Hier werden die Leute bösartig wenn Hunde in Begleitung frei herumlaufen!! Tierliebe fängt bei allen Tiere Mahnwache & Demos für alle geschundene Geschöpfe…

  4. Gordon Pleuam 20.12.2011 um 23:48

    noch mehr Fälschungen!!!!!!!!!!!!!!!!

    http://gefaelschtewahrheiten.blogspot.com/2011/12/unterstellungen-hetze-verleumdung.html

  5. Roland von Fockeam 21.12.2011 um 23:07

    Ja es war falsch, wenn es so war, Foto`s, Video`s etc. für diese Horror-Meldungen zu verwenden, wenn diese garnicht aus dem heute und der Ukraine stammen, zumal es echte Foto`s und Beweise dafür gibt, aber es verringert doch keineswegs die Greuel gg. ohnehin obdachlose, hungernde Hunde, die ein Zuhause und Futter suchen, wehrlos sind, und solchen verrohten Tier-Fängern und -Mördern ausgesetzt sind ! Ich weiss nur, dass in vielen Ländern, ob nun Russland, Türkei, Malta, Rumänien, Italien, Spanien, u. a. furchtbares Hunde-Elend (und auch gg. andere Tier-Arten) existiert, dass dort sehr viele Menschen leider überhaupt keinen Bezug dazu finden und Vernachlässigungen, Tierquälereien, Tötungen an der Tagesordnung sind. Und wer immer die Armut dieser Menschen in`s Feld führt, so möchte ich sagen, dass auch Armut kein echter Grund für so ein widerwärtiges, lebensver-
    achtendes Verhalten ist. Obwohl ich eh glaube, dass alles bösartige auf „Täter“ zurück fällt, früher oder später, wünsche ich jenen Hunde-Mördern das aller-schlechteste !

  6. […] Wettbewerb in der Ukraine – Fotos Wenn die Tierliebhaber wieder auf die Ukraine stürzen wollen, wäre es der passende Moment: bei dem Schweineschlachter […]

  7. Ernesto Lukschikam 16.06.2012 um 01:46

    Dieser Artikel ließt sich, wie die krampfhaften Bemühungen heutiger Neonazis den Holocaust zu leugnen
    http://www.peta.de/ukraine

  8. Ernesto Lukschikam 16.06.2012 um 02:33

    PS: Das Vorhaben von Angie F. im zitierten Kommentar (die Ukrainer töten zu wollen) finde ich nicht effektiv. Ein Toter kann ja nicht mehr über sich selbst reflektieren und leidet nicht, also spürt nichts mehr, da er ja tot ist. Besser wäre es jedem einzelnen, der an den Hundemorden beteiligt war, die Hand ab zu hacken, die Kniegelenke und die Wirbelsäule zu zertrümmern etc, so dass er den Rest seines Lebens im Rollstuhl über sein Tun nachdenken kann, wenn er überhaupt des Denkens fähig ist. Diesen primitiven total verrohten sadistischen Bodensatz der Evolution mit Auschwitz-Gen Menschen zu nennen wäre eine Beleidigung selbiger

  9. […] […]

  10. […] gegen die Ukraine in Social Media. Die im Web kursierende Fotos und Videos der getöteten Tiere stammten oft überhaupt nicht aus der Ukraine. Deswegen: wenn ihr diesmal was über Brasilien liest, überzeugt euch zuerst, dass die […]

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