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Wer sind die russischen Hooligans?

Erschreckt blicken viele Deutschen der nächsten EM in der Ukraine und Polen gegenüber. Jetzt soll alles noch extremer werden: Russland hat sich auch für die EM qualifiziert und bringt eine Menge gewaltbereiter Hooligans mit. Soweit die Medien. Aber soll man sich wirklich vor ihnen fürchten? Wer sind diese Menschen, die immer wieder in den Schlagzeilen negativ auffallen?

In den letzten Jahren wuchs in Russland die Hooligan-Kultur der Fussballfans kaum stärker als was anders in der fussballerischen Welt Russlands. Vielleicht nur die Fussballergehälter sind noch stärker gewachsen – zum Beispiel der vor einigen Monaten abgeschlossene Deal mit Eto’o.

Was es aus Russland jedoch immer wieder zu berichten gibt – sind Auseinandersetzung der Fussball-Fans mit der Polizei, mit anderen Fan-Gruppierungen oder mit ausländischen Gastarbeitern. Immer wieder gibt es Zwischenfälle und jedes mal sind die Fan-Bewegungen organisierter, professioneller und, vor allem größer.

Die jungen Leute, die in die oben genannten Zwischenfälle verwickelt sind, bewegen sich oft auf dünnem Eis zwischen Ultras und Hooligans. Da diesen Begriffen in verschiedenen Ländern oft sehr unterschiedliche Bedeutung zugesprochen wird, lohnt es sich mehr über die Fussballfans in Russland und ihre Gewohnheiten zu erzählen.

Die Geburtsstunde der Hooligans in Russland kam auf die Mitte der Neunzigerjahre. Die Bewegung nimmt ihren Ursprung bei den Fans der Moskauer Teams ZSKA und Spartak. Blutige Kämpfe fanden in 1995 und 1997 statt. Zu Beginn trugen die Firmen ihre Auseinandersetzungen direkt im Stadion oder vor dem Stadion vor. Ende der Neunziger wurden sie vorsichtiger und gingen in den Untergrund, obwohl es weiterhin immer wieder zu Zwischenfällen bei Fussballspielen kommt. Bald zogen die Fans anderer großen Teams nach.

Die Fankultur hat auch ihre eigene Mode und Gewohnheiten. Die Fans tragen die Casual-Kleidung von Marken wie Lacoste. Oft tragen die Hooligans einfache weiße T-Shirts und Jeans oder kurze Hose. Beliebte Marken sind auch Fred Perry, Lonsdale, Burberry, Stone Island und Ben Sherman. Es erinnert alles sehr stark an die britische Tradition. Als Schuhe eignen sich weiße Sportschuhe oder auf gerader Sohle. Die Hooligans tragen keine Schals oder Trikots der von ihnen unterstützten Mannschaft.

Derzeit ist es in Russland ziemlich schwer die Grenze zwischen Ultras und Hooligans zu ziehen. Die Fans reisen mit ihren Mannschaften zu Auswärtsspielen und unterstützen sie laut genauso wie bei Heimspielen. Die größten Fangemeinschaften besitzen weiterhin die Traditionsteams ZSKA und Spartak sowie Zenit St.Petersburg. Ein älterer Artikel (2006) von Spiegel berichtet über die Fans von ZSKA. Seit dieser Zeit ist die Szene jedoch sicherlich gewachsen.

Im Gegensatz zu britischen Hooligans in der russischen Hooligan-Szene die Ideen des russischen Nationalismus sehr stark vertreten, so wie es in England in den 70er-80er Jahren der Fall war. Immer wieder kommt es zu Schlägereien der Fussballfans mit Einwanderern und russischen Bürgern anderer Nationalitäten. Bei allen großen Nationalisten-Demos sind die Fussball-Fans stark vertreten, obwohl sich kein Fan-Club dazu bekennt nationalistische Parolen zu unterstützen.

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