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Ukraine geht in Richtung Russland. Wie reagiert Europa?

Ukraine zwischen Russland und Europa | Foto: ridus.ru

Ukraine zwischen Russland und Europa | Foto: ridus.ru

Zigzag-Kurs der Ukraine ukrainischen Regierung geht weiter. Nach einem sehr langem  Prozess der Verhandlungen um die Annäherung zwischen Europa und Ukraine, während dem die Ukraine zuerst sich sehr aktiv bemühte, dann weniger, dann mit Moskau, dann wieder mir Brüssel liebäugelt hat. In den letzten Monaten sollte der Assoziierungsabkommen vertraglich festgehalten werden. Eine der Bedingung war es, die inhaftierte Julia Tymoschenko in Deutschland ärztlich behandeln zu lassen. Auf der anderen Seite spielten Putin und seine Minister mit den Muskeln, machten Druck auf Viktor Janukowytsch, um Ukraine nicht für immer zu verlieren. Letztendlich hat heute ukrainische Regierung erklärt, die Verhandlungen mir Europäern auf Eis zu legen, weil es die Sicherheit der Ukraine gefährdet. Außerdem möge man zuerst den Binnenmarkt auf die europäische Verhältnisse vorbereiten. Fast 50% der ukrainischen Bürger (im In- und Ausland) sollten aber über die Entscheidung sehr enttäuscht sein.

Aber mal im Ernst, kann das wirklich stimmen? Zuerst war russlandorientieter Präsident Janukowytsch an dem Abkommen mit Europa sehr interessiert. Viele Bürger, Politologen und Oppositionellen waren über seine Zusagen sehr verwundert, wenn etwas misstrauisch. Auch hat er auf diplomatischen Wegen Signale über die Freilassung der (wahrscheinlich) gesundheitlich angeschlagenen Frau Tymoschenko gesendet. Nun. Eine Vollbremsung nachdem Russland mehrfach indirekt gedroht hat Grenzkontrollen zu verschärfen und wirtschaftliche und politische Verträge zu überdenken, hat sogar Ukraine wegen angeblicher Gaslieferung nach Syrien unter Druck gesetzt. In den letzten Monaten kam es immer wieder zu der Sperrung ukrainischer Güter auf dem russischen Markt. Gas sollte wieder mal teurer werden, diesmal für die Bevölkerung (=Wähler).

Ein anderer Aspekt sei wohl die Macht der Tymoschenko. Noch zwei Jahre dann geht es um die Präsidentenwahl. Bis dahin wird sich die Opposition sammeln, vielleicht mit Vitali Klitschko an der Spitze. Auch wenn Julia Tymoschenko gesundheitliche Probleme hat, auch wenn sie ins Ausland gebracht werden sollte. Die Regierung hat einfach zu viel Angst um ihre Sitze. Denn auch von Deutschland aus, so vermutet man, würde sie gute Chancen haben ihre politische Stärke zu demonstrieren.

Man sagt, Janukowytsch zeigt politische Stärke und will Ukraine unabhängig lassen. Man kümmere sich um nationale Interesse. Wie weit kommt aber Ukraine mit ihrem unberechenbaren Kurs weiter? Wer wird sie noch ernst nehmen? Jetzt ist Ukraine zwar ein „selbstständiges“ Land, dennoch ohne offizielle Mitgliedschaften, weder mit EU noch mit Russland. OK, man ist NATO Mitleid, aber wir wollen, dass es nicht nötig sein wird, von dort militärische Hilfe zu bieten. Kann sich das Land fast ohne eigene Rohstoffe, ohne ernste Exportschlager und Know-How auf der ökonomischen und politischen Weltkarte durchsetzen?

Die meisten europäischen Politiker haben nach der heutigen Entscheidung erklärt, es sei Recht der Ukraine über ihre Zukunft zu entscheiden. Man sei in Zukunft dennoch bereit die Gespräche noch mal aufzunehmen. Aber wird es dann nicht zu spät sein, wenn es in Richtung Russland abdriftet? Es ist gleichermaßen die verpasste Chance der Ukraine, als auch der EU. Putin hat in diesem Jahr die dritte Runde für sich entschieden. Snowden, Syrien. Jetzt Ukraine.

3 Kommentare zu “Ukraine geht in Richtung Russland. Wie reagiert Europa?”

  1. […] ukrainischen Hauptstadt Kiew demonstrieren an diesem Wochenende Zehntausende Menschen gegen die Entscheidung der Regierung das Abkommen mit der Europe zu stoppen. Die anderen demonstrieren wiederum gegen die Europa. Die Bilder erinnern an den Winter 2004-2005 […]

  2. Euromaidan: die Bilder aus Kiewam 25.11.2013 um 10:19

    […] – so heisst die aktuelle Bewegung der Ukrainer gegen die Entscheidung der ukrainischen Regierung das Assoziierungsabkommen mit EU zu stoppen. Die Demonstranten in Kiew (die größte Demo […]

  3. […] Stelle. Erst danach – seine jetzige Arbeit als Politiker, wo er sich als entschlossener Gegner der ukrainischen Regierung auftritt und kämpft um die bessere Zukunft seines Heimatlandes. Schade bloss, dass in den […]

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