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Tatjana Tolstaja steht der Idee einer szenischen Umsetzung ihres Romans „Kys“ skeptisch gegenüber


In der St.-Petersburger Staatsakademie der Theaterkunst fand am 6. Oktober eine offene Probe des Theaterstücks „Kys“ statt, das nach dem gleichnamigen Roman von Tatjana Tolstaja vom Lerntheater „Na Mohovoj“ aufgeführt wurde. Wie die Informationsseite REGNUM berichtet, besuchte die Schriftstellerin zwar diese Theaterprobe, erzählte aber der Presse vor dem Beginn der Veranstaltung, dass sie „keinerlei Erwartungen an diese Aufführung mitbringe“.

„Keiner kann etwas so wiedergeben, wie ich es geschrieben habe, daher machen die Anderen es nach ihrer Art, ich nach meiner“, – sagte Tolstaja und betonte, dass sie sich die Theatervorstellung als unbeteiligter Zuschauer ansehen wird. Die Schriftstellerin konnte sich für die Idee der szenischen Umsetzung ihres Romans „Kys“ nicht begeistern lassen, weil „sie es nicht mag, wenn man in ihrer Prosa etwas aufzeigt“.

Ebenso erwähnte Tatjana Tolstaja, dass das Angebot einer Bühnenvorstellung ihres Romans ihr bereits mehrmals und sogar „fürs große Geld“ gemacht wurde, sie sich aber immer dagegen äußerte.

In der jetzigen Aufführung spielen Studenten von Juri Krasovski mit, die – laut Worten des Spielleiters und Regisseurs Michail Il´in – bereits seit eineinhalb Jahren mit dem Durcharbeiten des Romans beschäftigt sind. Il`in hob hervor, dass die jungen Schauspieler sich die Mühe gaben sowohl das im Roman Geschriebene als auch ihre eigenen Gefühle hinsichtlich des Werks wiederzugeben.

Wie die Nachrichtenagentur „Rosbalt“ berichtet, findet die Premiere am 21. Oktober im Lernzentrum „Na Mohovoj“ statt.

Der Roman Kys – eine postapokalyptische Antiutopie – wurde im Jahr 2001 verfasst. Seine Handlung entwickelt sich in Russland nach einer Atomexplosion, infolge deren Pflanzen, Tiere und Menschen mutieren und ein ganz anderes als heute Leben führen. „Kys“ selbst findet man auf Romanseiten ausschließlich als ein grauenvolles mystisches Wesen, das womöglich in dem Wald lebt und Menschen zu sich lockt. Das Buch wurde 2001 mit der Literaturprämie „Triumph“ geehrt.

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