Teilnehmer der Biennale: Alexander Gronsky, Unbenannt, 2009. Aus der Serie The Edge. Foto: fotofest.org

In Houston (US-Bundesstaat Texas) eröffnete am 16. März die 14. Internationale Fotobiennale, die in diesem Jahr der Geschichte der Fotokunst in Russland bzw. seiner sowjetischen und postsowjetischen Zeitperiode gewidmet ist. Auf der Webseite der Biennale ist zu lesen, dass das Projekt „Zeitgenössische russische Fotografie“ mehr als 60 Jahre umfasst.

Die Ergebnisse einer von der Zeitung Diena erhobenen Umfrage sind erschütternd: Die Journalisten wollten den Wissenstand der Neuntklässler über die Geschichte Lettlands einer Prüfung unterziehen. Die Hälfte der Schüler waren davon überzeugt, Lettland habe eine Invasion durch Britten erlebt, nur zwei von zehn wussten, wofür die Abkürzung UdSSR steht, die Frage, warum ein großer Teil der Letten nach Sibirien verbannt worden war, beantworteten die Schüler mit: „Weil das Russische Reich Angst vor wohlhabenden und einflussreichen Letten hatte.“

Die Zeitung betont, dass die geringsten Geschichtekenntnisse im Bereich der nahen Vergangenheit des Heimatlandes lägen. So wusste der Großteil der Schüler, dass Janis Äakste der erste Präsident der unabhängigen Republik Lettland war, doch drei Schüler nannten ihn einen Schriftsteller. Lediglich zwei Schüler konnten die abgekürzte Bezeichnung für Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken entschlüsseln, während die Abkürzung UdSSR für zwei Schüler seltsamerweise die „Union Sowjetischer Republik“ bedeutete. Das erinnert doch ein wenig an Justin Bieber, der nicht wusste, was „Deutsch“ heißt. Aber er hat ja andere Qualität, sei es ihm deswegen verziehen.

An diesem Sonntag gedenkt ganz Russland Viktor Zoi – vor 20 Jahren starb der erfolgreichste Rock-Musiker der Sowjetunion in einem Autounfall am Zenit seiner Karriere.

Der am 1962 in Leningrad (heute St.Petersburg) geborene Musiker war mit seiner Band „Kino“ ein Phänomen der 80er. Durch seine politische Texte, in denen er gegen den Krieg und für Freiheit und Demokratie an die Sowjetische Jugend appellierte , wurde „Kino“ schnell zu einem Underground-Idol im ganzen Land.

Die Sowjetunion ist schon Jahrzehnte vorbei, die Politik kommt langsam aber sicher aus der Zeit raus, da sie auch versteht, dass man mit Demokratie mit sowjetischen Elementen mehr erreichen kann. Auch Putin und Medwedew trauern weniger nach der Zeit. Nicht so das einfache Volk und besonders benachteiligte, wie Senioren und Schwerbehinderte. Diese Sehnsucht nach alten „besseren“ kann sich überall bemerkbar werden. Besonders bei Familienfeiern, bei Gedenktagen und Volksfesten. Aber auch in überfüllten U-Bahnen und Bussen, wo stickige Luft einen verrückt macht.