Normalerweise sind russische Touristen an Weihnachten und Silvester oft zu sehen und zu hören in der Altstadt und in den teuren Boutiquen von München. Denn die Stadt und die Umgebung haben viele Sehenswürdigkeiten, man ist nur wenige Stunden in Richtung Süden auf in den tollsten Skigebieten und kleine und große Geschenke in der bayerischen Hauptstadt einzukaufen ist ein Statussymbol. Und darauf legt man Wert. In der Tat hört man besonders im Winter oft die russische Sprache auf den Münchner Einkaufsstraßen, wie Kaufingerstrasse oder Maximilianstrasse, in den beliebten Restaurants und Brauereien, oder man sieht ausgefallene Autos mit russischen Kennzeichen. Nicht aber in diesem Jahr, wie schon im letzten Beitrag erwähnt wurde.

Das Traumziel Bangkok ist für Russen in weitere Ferne gerückt

Das Traumziel Bangkok ist für Russen in weitere Ferne gerückt

In Russland dreht sich in den letzten Tagen  alles um den Rubel. Kein Wunder, denn die Wirtschaftskrise ist endlich in der Geldbörse der Mittelschicht angekommen. Sylvester – das Weihnachten der Russen – der große Fest – wird dieses Mal anders. In der Mitte des Tisches steht kein Hirschbraten, keine ausgestöpfte Gans, kein Brathähnchen. Nein, dort steht eine große Schüssel Krise. Denn den meisten Russen ist nicht nach feiern zu Mute, weil ihre Gehälter, die in Rubel ausgezahlt werden, sind immer weniger Wert.

Daniel (hier und im Weiteren sind die Namen verändert) aus dem Ural, verbrachte seinen Urlaub in der türkischen Touristenstadt Kemer, lernte einen Landsmann kennen, sie feierten zusammen. Eines Tages verlor der Landsmann sein teures Handy und erstattete eine Anzeige bei der Polizei. Früh morgens ging Daniel zum Strand und fand das Handy, legte es in die Tasche und dachte: ich komme zurück ins Hotel und gebe es dem Besitzer. Er kam zurück, die Polizei war da.“Hier ist es!“,-rief Daniel, das Handy aus der Tasche ziehend und plötzlich schlossen Handschellen um seine Hände. Weiter wie im Nebel. Der Landsmann rief: „Lasst ihn in Ruhe!“- niemand achtete darauf. Und dann das Gericht, ohne den Angeklagten. Daniel wurde freigesprochen, wurde aber ins Gefängnis gebracht, um auf den Rückflug zu warten…