Auch wenn wir immer wieder von ausländerfeindlichen Übergriffen in Russland berichten, sind nicht immer die zugereisten Kaukasier oder Asiaten die Opfer in diesen Zwischenfällen. Nicht selten sind Jugendliche kaukasischer Abstammung in Banden, die gewaltbereit und fremdenfeindlich sind. Der Fan von Spartak Moskau, dessen Tod zu den Unruhen am Maneschnaja Platz im Dezember vergangenen Jahres geführt hat, ist übrigens auch Opfer einer Auseinandersetzung mit einer kaukasischen Bande geworden.

Festnahmen der Rechtsextremen am Weißen Haus. Foto: Anton Tushin/Ridus.ru

Ca. 300 Leute marschierten am Wochenende in Moskau von der U-Bahn Station Wystawotschnaja bis zum Hotel „Ukraine“. In der Menschenmenge fanden sich Fussballfans unterschiedlicher Mannschaften. Sie schrien „Einer für Alle, Alle für Einen!“

Gestern gedenkten Moskauer Juri Wolkow, der durch seinen Tod zum Symbol der russischen Nationalisten wurde. Vor einem Jahr,  am 10. Juli 2010 ist  der RTR Journalist Juri Wolkow am Eingang zur U-Bahn „Tschistie Prude“ nach einem Messerstich in einer Schlägerei mit Kaukasiern gestorben. Ein Jahr später, brachten den ganzen Tag lang Menschen Blumen zu seinen Ehren.


Nachdem vor ca. einer Woche ein Fan von Spartak Moskau von kaukasischen Migranten ermordet wurden, herrscht Chaos und Gewalt in Moskau und St.Petersburg. Rechtsradikale und Nationalisten schlagen nicht russisch aussehende Männer zusammen. Gestern ist die Gewalt eskaliert. Hunderte von Rechtsradikalen Hooligans verprügelten Migranten in der Moskauer Innenstadt. Auch in der U-Bahn und am Rande der Stadt gab es Prügeleien mit insgesamt über 60 Schwerverletzten Kaukasier. Auch die Polizei war machtlos und konnte die Männer aus Kaukasus und Mittelasien nicht vor Übergriffen schützen. Es ist der schlimmste Pogrom in Moskau seit 2002, als beim Ausscheiden der russischen Nationalmannschaft bei der WM 2002 gegen Japan, die asiatischen Migranten zusammengeschlagen wurden und mehrere Restaurants und asiatische Geschäfte von Randalierern auseinandergenommen wurden.
Präsident Medwedew lobte übrigens die Polizei bei diesem Einsatz, was aufgrund dieses Videos zumindest fraglich klingt.