Die Auseinandersetzung vor der Duma. Foto: Anton Tushin. Ridus.ru

Die Auseinandersetzung vor der Duma. Foto: Anton Tushin. Ridus.ru

Das skandalöse Anti-Homo-Gesetz wurd von der russischen Duma am Freitag beinahe einstimmig angenommen. Das Gesetzes über die Propoganda der Homosexualität, das sehr heftige Kritik von Menschenrechtlern und der LGBT-Gemeinde verursacht, hat nur einen Gegner gehabt. Ein Abgeordneter hat sich enthalten. Während des Vormittags diskutierten die Abgeordneten, ob die durch das Gesetzt entstandene öffentliche Diskussion über das Gesetz nicht im Gegenteil die beste PR-Maßnahme und Förderung gleichgeschlechtlicher Liebe sei, während vor den Toren der Staatsduma wieder die Fäuste der russisch-orthodoxen Aktivisten auf die versammelten LGBT-Aktivisten flogen.

Eigentlich hatten sie es nicht so gemeint: die Hooligans des Teams Lech Posen aus Polen wollten eher ihre Stärke zeigen und den Gegnern Furcht einjagen. Doch es kam anders: die muskulösen Männer wurden zu Ikonen auf britischen Gay-Websites.

Opfer eines homophoben Gewalttats in der Ukraine. Foto: Анатолий Степанов (Anatolij Stepanov), Reuters

Übergriffe auf Schüsse beim Homo-Flashmob in St.Petersburg

Einige Dutzende Menschen versammelten sich am 17. Mai im Petrovskij Park in Sankt-Petersburg, um an einem „Regenbogen-Flashmob“ zur Unterstützung der Rechte von sexuellen Minderheiten teilzunehmen. Die sanktionierte Aktion verlief friedlich: die Teilnehmer verschenkten bunte Luftballons und hielten Plakate mit der Aufschrift: „Homosexualität ist keine Krankheit“.

Foto: Gayrussia.eu Proteste in Archangelsk

Der umstrittene Gesetzentwurf „gegen Homosexualitäts- und Pädophiliepropaganda unter Minderjährigen“ wurde von der Abgeordnetenversammlung der Stadt St. Petersburg in der dritten Lesung gebilligt und zur endgültigen Genehmigung dem Bürgermeister vorgelegt. Die Abstimmung ergab insgesamt 26 Stimmen für das Gesetz, 5 Abgeordnete der Oppositionspartei „Jabloko“ stimmten dagegen, deren Parteichef Grigorij Jawlinski enthielt sich die Stimme, was zu einer großen Verwunderung innerhalb der russischen homosexuellen Community führte.

CSD Versuch in Moskau 2009. Foto: Alexey SAZONOV/AFP/Getty Images

Es klingt, als wären wir mitten im 20. Jahrhundert: in Russland soll ein Gesetz in Kraft treten, der sich gegen homosexuelle Propaganda richten soll. Dies bestätigte die Vorsitzende der russischen Duma Walentina Matwienko, die der Regierungspartei „Einiges Russland“ angehört.

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