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Tag der Presse in Russland: Berühmte Journalisten erschienen nicht zur Feier

Sergei Parhomenko. Foto: Snob.ru

Einige russische Journalisten erschienen nicht zur Zeremonie der Übergabe des Preises, der von der Regierung im Bereich Druckmedien verliehen wird. Vladimir Putin besuchte diese Zeremonie, wie der ehemalige Präfekt des Regierungsbezirkes Moskaus Oleg Mitwol twitterte.

Laut Aussage von Mitwol verweigerten am Tag der Preisübergabe, der auf den Tag der Presse terminlich abgestimmt wurde, Fernsehmoderator Vladimir Posner, Chefredakteur von „Novaja gazeta“ (aus dem Russ. „Neue Zeitung“) Dmitrij Muratov, der ehemalige Chefredakteur von „Vokrug sveta“ (aus dem Russ. „Rund um die Welt“) Sergej Parhomenko, Publizist Dmitrij Bykov sowie Schriftsteller Grigorij Tschchartischwili (Boris Akunin) die Teilnahme.

Aufgrund der Angaben von „Gazeta.ru“ wurden Posner, Akunin und Muratov zur Zeremonie als Gäste eingeladen, jedoch stand in offiziellen Dokumenten gegenüber dem Namen von Akunin, dass er „nicht teilnehmen könne“, während Posner sich „auf einer Reise befinde“. Dmitrij Bykov teilte in einem Interview mit, dass er die Einladung zur Zeremonie viel zu spät erhalten hatte und seine Pläne nicht spontan über den Bord werfen konnte. Sergej Parhomenko, mit dem sich „Gazeta.ru“ ebenfalls in Verbindung setzte, erklärte, er befinde sich überhaupt nicht in Moskau. Er vermerkte ebenso, dass er ohnehin zur Verleihung nicht vorgehabt hatte zu gehen, da der Regierungspreis nicht an ihn persönlich, sondern an die Zeitschrift „Vokrug sveta“ gelegentlich ihres 150-jährigen Jubiläums gerichtet sei.

Außerdem, wie „Gazeta.ru“ erwähnt, in der ein Artikel noch vor dem Beginn der Feier herausgebracht worden ist, erschienen zum Termin Chefredakteur der Zeitung „Kommersant“ Michail Michailin, Besitzer der „Nezavisimaja gazeta“ (aus dem Russ. „Unabhängige Zeitung“) Konstantin Remtschukov, Vorsitzender des geschäftsführenden Vorstandes von „Komsomolskaja pravda“ Vladimir Sungorkin, Chefredakteur der Ausgabe „Life News“ Aram Gabreljanov und Generaldirektor der Zeitschrift „Expert“ Valerij Fadeev nicht.

Wie die Nachrichtenagentur „Interfax“ schreibt, wurden die Preise an die Journalisten vom Vorsitzenden des Ministeriums für Nachrichtenwesen und Massenkommunikationen Igor Thshegolev und Präsidenten der journalistischen Fakultät der Moskauer Lomonossow-Universität Jasen Zasurskij verliehen. Preisträger wurden u.a. Chefredakteur der Zeitung „Chimkinskaja pravda“ Michail Beketov, Kommentator der „Novaja gazeta“ Irina Petrovskaja und Herausgeber der Zeitschrift „Rossia v globalnoj politike“ (aus dem Russ. „Russland in der Globalpolitik“ Fedor Luk´janov.

Vladimir Putin, der dieser Zeremonie beiwohnte, unterstrich, dass man Journalisten in Russland immer „mit einer besonderen Aufmerksamkeit und mit einem besonderen Respekt“ behandelt hatte. „Das liegt sowohl an der Bürgerposition und Talent, als auch daran, dass es in letzter Zeit in Russland wie fast überall auf der Welt leider mit Ausdruck von Mut und der Fähigkeit seinen Standpunkt verteidigen zu können zusammenhängt“, – fügte der Ministerpräsident hinzu. Nach der Preisverleihungszeremonie führte Putin ein gesondertes Gespräch mit Michail Beketov, der im Jahr 2008 brutal zusammengeschlagen wurde und seitdem behindert ist.

Der Pressesprecher des Ministerpräsidenten der Russischen Föderation Dmitrij Peskov teilte RIA Novosti mit, dass Parhomenko, Posner, Bykov, Tschchartschvili und Muratov tatsächlich zur Verleihungsfeier eingeladen worden sind, aber Parhomenko als Einziger den Preis bekommen sollte. Peskov ergänzte ebenso, dass alle anwesenden Journalisten die Möglichkeit hatten „eine Kommunikation mit dem Ministerpräsidenten in Gang zu bringen“. „Früher sagten viele von ihnen (Journalisten, die nicht gekommen sind – Anmerkung von Lenta.ru), dass sie ihre Erwägungen den Behörden vorlegen möchten. Schade, dass sie sich diese Gelegenheit entgehen ließen“, – schlussfolgerte der Pressesprecher.

Der Pressetag in Russland wird seit dem ersten Ausgabetag der Zeitung „Vedomosti“ (aus dem Russ. „Meldungen“) im Jahr 1703 gefeiert. Der Regierungspreis im Bereich Journalistik wurde 2005 ins Leben gerufen. Jährlich verleiht die Regierung 10 Preise im Wert von 1 Million Rubel (ca. € 25000) zum Zweck der Entwicklung von Printmedien.

 Quelle: http://lenta.ru/news/2012/01/13/journalists/

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