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Sankt Petersburg: Hauptstadt inmitten des Sumpfes

Sankt-Petersburg. Foto: Oleg Jewersow

Sankt-Petersburg. Foto: Oleg Jewersow

Sankt Petersburg liegt im Nordwesten Russlands an der Mündung der Newa in den Finnischen Meerbusen, an der Ostseeküste.  Mit ca. 5 Millionen Einwohnern ist sie nach Moskau die zweitgrößte Stadt des Landes. Sankt Petersburg erstreckt sich über 42 Inseln, die bedeutendsten sind: Vasil’evskij, Petrogradskij, Krestovskij, Kamennyj und die Dekabristeninsel. Von 1712 bis 1918 Sankt Petersburg war die Hauptstadt des Russischen Kaiserreiches.

Beschaut man die historische Innenstadt Sankt Petersburgs mit ihren 2300 Palästen, Schlössern und Prunkbauten, Weltkulturerbe der UNESCO, glaubt man kaum, dass die Stadt nur knapp über 300 Jahre alt ist.

Nach den Vorhaben Peters des Großen (1672– 1725) sollte Sankt Petersburg Russland den Zugang zur Ostsee ermöglichen.  Peter I begann mit dem Bau Sankt Petersburgs, so benannt nach seinem Schutzheiligen, dem Apostel Simon Petrus, nach seinem Sieg über Schweden in 1703.

Auf der im Newa-Delta gelegenen Insel „Lust-Eiland“ („Haseninsel“) wurde im Mai 1703 eine Festung gebaut, die zunächst den Namen „Sankt Peterburg“ erhielt. Später wurde sie in „Peter-und-Paul-Festung“ umbenannt, nach den Schutzpatronen der Kathedrale hinter ihren Mauern.

Die Sumpflandschaft machte den Bau sehr problematisch. Baumaterialien waren an der Newamündung sehr knapp, zudem musste man ständig gegen Überschwemmungen kämpfen.

Im September 1704 spricht der Zar in seinen Briefen zum ersten Mal von Sankt Petersburg als einer Hauptstadt. Er selbst bewohnte zu der Zeit ein einstöckiges Holzhaus mit Fensterläden nach holländischer Mode und einem Schindeldach am rechten Newaufer. Das Haus wurde in drei Tagen gebaut. Seine rot gefärbten Holzstämme sollten Ziegelsteine imitieren. Fünf Jahre lang diente das Gebäude als die erste „Zarenresidenz“. Heute befindet sich da ein Museum.

Die Entwicklung der Stadt begann erst in 1709 nach der siegreichen Schlacht bei Poltawa. In 1712 wurde Sankt Petersburg offiziell zur Hauptstadt des Russischen Zarentums.  Bei der Stadtplanung wirkten unter anderem zwei europäische Architekten mit: der Italiener Domenico Trezzini und der Franzose Jean-Baptiste Le Blond.

Die Innenstadt breitete sich am linken Newaufer aus, die Einwohnerzahl stieg. In 1725, Todesjahr Peters der Großen, wohnten in Sankt Petersburg bereits 40 Tausend Menschen.

Sankt-Petersburg. Foto: Aleksandr Weselkow

Sankt-Petersburg. Foto: Aleksandr Weselkow

Flüsse und Brücken

Die am Wasser gebaute Stadt sollte nach dem Vorhaben Peters I an Amsterdam erinnern. Der Zar hat zudem versucht, das Kanalsystem nachzuahmen, gab die Idee aber schließlich auf. Heute wird Sankt Petersburg zu Recht „Venedig des Nordens“ genannt: die vielzähligen Wasserwege bieten oft die schönsten Aussichten auf die Uferbebauung.

Der größte Fluss Sankt Petersburgs ist die Newa, welche sich an der Insel „Vassil’evskij“ in zwei Arme aufteilt – Große Newa und Kleine Newa. Nach Süden fließen zwei Flüsse ab: Moika und Fontanka, sowie der Gribojedow-Kanal. An der Moika findet man Wohnhäuser der Aristokratie wieder, hier befindet sich ebenfalls das Haus des russischen Nationaldichters Puschkin, wo er nach einer Verwundung in einem Duell auch verstarb. Entlang des malerischen Gribojedow-Kanals wohnten im 19 Jahrhundert Kaufleute, Beamte und Arbeiter. Der schönste Abschnitt liegt hinter der Löwenbrücke (1826).

Die „Inselstadt“ könnte ohne Brücken nicht existieren. Bewundernswert sind diese altertümlichen Konstruktionen, jede mit ihrer eigenen Geschichte und Atmosphäre. Zu den schönsten gehören die „Ägyptische Brücke“ (1826) und die „Bankier-Brücke“ am Gribojedow-Kanal. Den Zugang zu ihr wird von zwei Greifen bewacht.

Interessante Fakten:

– Ab 1914, nach der Kriegserklärung Deutschlands an Russland, wurde die Stadt in „Petrograd“ umbenannt, um das deutsche Wort „Burg“ zu eliminieren.

– In 1924-1991 hieß die Stadt „Leningrad“, nach dem kommunistischen Anführer Lenin.

– In Sankt Petersburg befindet sich eine kolossale Anzahl an Brücken: 500

– Als Peter der Große seine Residenz  an die Newa verlegte, gab es dort bereits viele Holzkirchen, später kam das Alexander-Newski-Kloster hinzu: am Südende der „Großen Perspektive“, des später so berühmten Newski Prospekt.

Ein Kommentar zu “Sankt Petersburg: Hauptstadt inmitten des Sumpfes”

  1. […] winterfest macht, dem können die Temperaturen nichts anhaben und Autofahrten ins schöne St. Petersburg bleiben stressfrei und […]

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