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Russlands Regionen lassen sich ungern in der Zeit versetzen

Es breitet sich Protest gegen die Änderung der Zeitzonen.

Russische Regionen protestieren gegen die Idee des Präsidenten Dmitrij Medwedew, der die Reduzierung der Anzahl der Zeitzonen und die Annäherung zur Moskauer Zeit vorgeschlagen hat. Ende letzter Woche haben sich  mit dieser Bitte Angeordneten  der Regionen Primorie und Kamtschatka an die Regierung gewendet. Allerdings haben unzufriedene Einwohner  bereits angefangen, Unterschriften gegen diese Entscheidung zu sammeln: Bürger haben Angst vor der anschwellenden Kriminalität und fordern „ die Sonne den Menschen zurückzugeben“. Die Protestaktionen werden auch in Samara nicht nachgelassen, wo die Zeit noch im März geändert wurde.

Im November letzten Jahres hat Dmitrij Medwedew in Rahmen der Botschaft an die Föderalversammlung angemeldet, dass die Verringerung der Anzahl der Zeitzonen nötig ist, weil „ die Reduzierung der Zeitunterschieden das Geschäftsleben anregen kann“. Im März wurden fünf Regionen auf neue Zeit umgestellt, unter denen auch Kamtschatka war. Am vergangenen Freitag haben die Abgeordneten den Vizepräsident Wladimir Putin darauf angesprochen, den Unterschied noch um eine Stunde zu verkürzen. Als Gegenmaßnahme haben hiesige Aktivisten die Website „Kamtschatka-protiv.rf“ ( was heißt „Kamtschatka gegen.ru“) erschaffen, die gleich zur populärsten Ressource der Region geworden ist. Bis jetzt haben gegen die Änderung der Zeitzone 2329 und dafür nur 49 Menschen abgestimmt.“ „ Edinorossy (Mitglieder der Partei „Edinaja Rossia“), geben Sie uns die Sonne zurück!“ ist das Hauptmotto der ihre Unterschrift auf der Website  abgebenden Menschen. Zur Zeit protestieren die Einwohner von Kamtschatka nur noch im Internet. In Petropawlowsk-Kamtschatskij ist schon eine Initiativgruppe der Bürger  gegründet: Ab heute werden die Aktivisten abends auf dem Platz im Zentrum der Stadt mit Taschenlampen laufen, sowie Unterschriften für den Rückkehr der alten Zeitzone sammeln ( „plus neun zur Moskauer Zeit“)

Eine ähnliche Situation ist auch in Primorie passiert, wo sich die Abgeordneten des Lokalparlaments  an die Regierung der Russischen Föderation mit einer Bitte, den Zeitunterschied zu verkürzen, gewendet haben. Die Mehrheit der Abgeordneten und Beamten von Primorie sind sich sicher, der Wechsel zur Zeitzone „Plus sechs zur Moskauer Zeit“ werde Schnelligkeit und Effizienz der Zusammenarbeit der öffentlichen Hand erhöhen sowie dem Wachstum der Geschäftstätigkeit beitragen. „Die Verbindung mit Moskau ist nicht unbedeutend für Geschäftsleute. Wir haben sehr viel senkrecht integrierte Unternehmen, deren Hauptstäbe in Moskau sind. Sich mit den Führungsfragen zu beschäftigen wird es nun für sie viel einfacher sein.“ – meint Wladimir Maslowskij, der Vertreter des Vorgesetzen des Parlaments.

Allerdings äußert sich die Mehrheit der Benutzer der regionalen Internetforen negativ zu dieser Initiative.  Auf der Website der Infoagentur Primamedia haben nur 22 % der Teilnehmer aus 3879 Befragten der weitöstlichen Regionen für das Weichestellen plädiert, 9 % haben sich enthalten, alle anderen haben sich abgestimmt. „Vielleicht sollen wir Tags über schlaffen und nachts arbeiten gehen, damit es Moskau bequemer wird? “- ironisieren die Insassen.

Die Samaras Einwohner setzen inzwischen den Kampf gegen Moskauer Zeit, auf die sie sich im März  umstellen mussten, fort. Am Sonntag hat eine Gruppe der Stadtbewohner eine Aktion vor dem Gebäude der Regierung durchgeführt: ca. 200 Menschen haben ihre Taschenlampen, Kerzen und Feuerzeuge angezündet. Die Organisatoren haben vor, die Aktion regelmäßig jeden Sonntag bis zu Rückkehr zur Samaras Zeit (plus eins zur Moskauer Zeit) durchzuführen.

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