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Russlands Kultur Highlights 2011 – Teil 2

Auch im zweiten Teil unseres Kulturrückblicks 2011 schauen wir auf die Highlights des letzten Jahres.

Im Jahr 2011 gab es viele bedeutende Geschehnisse im Kulturleben Russlands – es wurden Bilder großer Maler nach Russland gebracht und Ausstellungen organisiert, die am Niveau und Ausmaß an europäische Messen nahekommen, es wurden neue experimentelle Plattformen eröffnet. Jedoch gab es im kulturellen Leben mehr kriegerische Motive als Innovationen, was den Gedanken nach notwendiger Veränderung des alten abgelebten Systems hervorruft. „Lenta.ru“ berichtete über die allgemeine Situation der Kultur und ihre Entwicklungsrichtungen aus der Sicht des neuen Jahres.

Partnerschaft des Jahres

Das letzte Jahr kann wohl als ein Bilderbuchbeispiel zur Veranschaulichung dessen dienen, wie das politische Verhältnis zwischen Russland und Deutschland sowie Holland auch in der Zukunft auszusehen hat. 2011 wurde durch kulturellen Austausch mit gleichzeitig zwei Ländern gekennzeichnet – Italien und Spanien, wobei man keinen Favoriten festlegen kann. Dank dieser doppelten Präsenz erlangte man den Eindruck, dass das Kulturleben 2011 durch eine ungewöhnliche Vielfalt geprägt wurde: mal waren es Gastspiele von La Scala im Bolschoi-Theater, mal Velasquez und Goya in der „Eremitage“, mal Dali und Caravaggio im Staatsmuseum der Bildenden Künste namens Puschkin. Die Namen waren aber auch wirklich außergewöhnlich und die Organisation aller Veranstaltungen mehr als lobenswert. Die Eremitage stellte ihre Werke im Gegenzug in Madrid aus.

Auszeichnung des Jahres

Im Laufe der letzten Monate vergangenen Jahres wurden alle bedeutenden Literaturpreise Russlands vergeben, aber das Hauptereignis erwartete man ganz am Ende der Auszeichnungsperiode. Mit dem „Russischen Booker des Jahrzehntes“ wurde Alexander Tschudakov posthum geehrt. Das Werk „Lozhitsja mgla na starye stupeni…“ (aus dem Russ. „es legt sich Finsternis auf alte Stufen…“) dieses hervorragenden Autors gehört zur Sorte geistreiche Literatur. Wahrscheinlich wollte sich die Jury für das „Abrakadabra“ des vorletzten Jahres rehabilitieren und brachte damit den Booker-Preis selbst auf ein neues Niveau.

Zu dem am meisten diskutierten Preis des Jahres wurde jedoch die staatliche Prämie „Innovation“, die trotz allem die Kunstgruppe „Vojna“ (aus dem Russ. „der Krieg“) für sein Werk „Der Pimmel in der FSB-Gefangenschaft“ erhielt. Für die Kunstgruppe spielte der Preis in Wahrheit keine große Rolle, viel wichtiger war für sie die Anerkennung der Künstleröffentlichkeit.

Trends des Jahres

Alle Trends, die im vergangenen Jahr auf dem kulturellen Feld erschienen und sich entwickelten, kann man selbstverständlich nicht zusammenfassen, aber einige charakteristische Richtungen werden hiermit abgedeckt.

Trotz eines kleinen Verkaufsrückgangs der Buchverkäufe verringerte sich das Leserinteresse keineswegs, zumindest verzeichnete man während der Buchmesse „Non/fiction“ im letzten Jahr positive Ergebnisse und großes Engagement der Bürger im Prozess des Buchdrucks und „Buchkonsums“. Die Aufmerksamkeit der Leser ist deutlich auf die Sachbücher gerichtet, von der es immer mehr gibt, E-Books existieren im Moment noch friedlich neben „normalen“ Papierbüchern.

Multimedialität und Interaktivität ist eine andere Tendenz: heutzutage werden verschiedene Genres der Kunst miteinander gemischt und neue Technologien angewendet, der Zuschauer wird in die Entstehungsgeschichte des Kunstobjekts involviert. Während Ballettinszenierungen werden Videoleinwände auf der Bühne aufgestellt, in den Museen errichtet man Audioinstallationen, Zuschauer sollen Fragen beantworten – so kommt uns, z.B., der Preisträger der Kandinsky-Prämie Juri Albert und seine Arbeit „Moskauer Wahlen“ in den Sinn.

Das Interesse an Fotografie als Kunst reduzierte sich in geringem Maße. Die Zuschauer erinnerten sich an klassische Autoren und Malerei in erster Linie dank dessen, dass im Laufe des vergangenen Jahres einige große Maler nach Russland „gebracht“ worden waren. Das Wichtigste ist aber, dass die Anzahl der Museumsbesucher ununterbrochen wächst und der Gang ins Museum von der Modererscheinung der letzten Jahre vollständig zu einer bedeutenden Art der sozialen Aktivität geworden ist.

 

Ein Kommentar zu “Russlands Kultur Highlights 2011 – Teil 2”

  1. Berndam 09.05.2012 um 16:21

    Ich finde es wunderbar, dass besonders auf künstlerische Art und Weise Russland und Deutschland sich zu verständigen wissen. Vielleicht kann das ja ein Kanal dafür sein, den Demokratiegedanken in der russische Gesellschaft zu festigen.
    Danke für diesen Beitrag!

    Gruß
    Bernd

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