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Russland und Weißrussland setzen den Informationskrieg fort

In den vergangen Tagen wurde der Austausch von den „Nettigkeiten“ zwischen Russland und Weißrussland durch die Vorführung des dritten Filmes aus der Serie “Krestnyj batjka“ fortgesetzt. Ende letzter  Woche erklärte der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko, warum er die Souveränität von Abchasien und Südossetien nicht anerkannte. Darauf reagierte der Kreml sofort mit Widerlegung.

Die Erklärung des weißrussischen Präsidenten gilt als Antwort auf den Vorwurf des Präsidenten Russlands Dmitri Medwedew, dass Lukaschenko sein Versprechen nicht erfüllt habe und die  neu gegründeten Republiken nicht anerkannt habe. Diese Bemerkung seines russischen Kollegen kommentiert, warf Lukaschenko ihm Bösgläubigkeit und Unehrlichkeit vor.

Diplomatischer Krieg zwischen Russland und Weißrussland

„Ich wollte nicht über dieses Thema diskutieren, aber mein russische Kollege zitiert meine Worte   nur teilweise“, – sagte der Präsident Weißrusslands. Seinen Worten nach erwähnte Dmitri Medwedew den zweiten Teil des Gesprächs nicht, wo Lukaschenko erklärte, bei welchen Bedingungen diese Anerkennung zollen kann. „Ich habe ihm die Probleme aufgezählt, die in Beziehungen zwischen Weißrussland und der EU, Weißrussland  und der USA und Weißrussland und GUS deswegen entstehen… und habe gefragt, ob Russland bereit ist, diese Probleme zu lösen”, – berichtete der Staatsführer Weißrusslands. – “Die russische Regierung ist unfähig oder will nicht, die Nivellierung und Beseitigung der Folgen zu übernehmen, die für Weißrussland geschehen würden.“ „Lukaschenko hat öffentlich nicht versprochen, niemand hat das gehört, – leugnete er die Worte von Dmitri Medwedew. – Wenn Russland uns Schritte entgegen gemacht hätte, wäre wahrscheinlich eine andere Situation eingetreten“.

Der Kreml reagierte sofort auf die Aussage von Alexander Lukaschenko. Der Assistent des russischen Präsidenten Sergej Prichodko erklärte, dass Russland die Niederschrift der Sitzung des CSTO veröffentlichen kann, wo der weißrussische Präsident von Bereitschaft sprach, die Unabhängigkeit Südossetiens und Abchasiens anzuerkennen. Außerdem ist er geneigt, andere Aussagen von Alexander Lukaschenko zu veröffentlichen, die „sehr interessant sowohl für die weißrussische, als auch für internationale Öffentlichkeit sein werden”.

Antirussischen Berichte im Weißrussischen Fernsehen

Trotz der auffälligen Großzügigkeit („Keine Politik, wenn die Dörfer brennen!“ – rief Lukaschenko aus und äußerte seine Bereitschaft, Russland bei der Brandbekämpfung zu helfen) und keiner äußerlichen Proteste  auf die im russischen Fernsehen fortsetzende Filmserie über ihn hegte der weißrussische Präsident einen Groll gegen Russland. Die Pressemitteilungen der lokalen staatlichen TV-Sender (es gibt keine anderen in Weißrussland) erzählten in den vergangenen zwei Wochen bei Berichten über Brände in Russland davon, wie die tapferen Feuerwehrleute aus Weißrussland helfen die Brände auszulöschen. In den Reportagen der  weißrussischen Journalisten ziehen die russischen Einwohner die Arbeit der weißrussischen Feuerwehrleute der der russischen vor.

Die staatlichen Medien kommentieren auch die Ursachen der Situation in Russland. Ihre allgemeine Idee ist es, dass nur die Schwäche der russischen Führung der Grund für die große Zahl von Bränden sein konnte. Insbesondere gab die Staatsnachrichtenagentur BELTA die Stellungnahme des Analytikers Gleb Pawlowski bekannt. Er sagte, dass die Brände in Russland eine Folge der Unfertigkeit und „Wertlosigkeit“ der Landesführung ist. Dann bezieht er auf die Umfrage des Fonds „Öffentliche Meinung“, die von dem Vertrauensverlust von Dmitri Medwedew und Wladimir Putin zeugt. Und hier muss man zugeben, liegt der Analytiker nicht weit von der Realität. Dass die Regierung von Russland Brände in diesem Ausmaß zugelassen hat, zeugt von deren Unfähigkeit.

In der letzten Woche kamen verstärkt die Reportagen über die weißrussischen Mähdrescher, die nach Russland als Landwirtschaftshilfe gefahren sind. In den Berichten teilte man mit, dass man in Russland die alten landwirtschaftlichen Maschinen und Technologien des letzten Jahrhunderts verwende und die Russen überschwänglich den großzügigen Weißrussen und persönlich Alexander Lukaschenko danken.

Russland zeigt Filme über Lukaschenko

Die lokalen Beobachter erwarten in nächster Zeit die Abschwächung der antirussischen Rhetorik im weißrussischen informativen Raum nicht. Der Film „Krestnyj batjka-3“ (Der Pate 3) erzählt  nicht nur von den Gräueltaten, die in Weißrussland geschehen, sondern auch vom Leben des Clans Lukaschenko, und davon, wie und mit welchen Mitteln die Söhne des Präsidenten leben. Lukaschenko wird das nicht verzeihen. Die russische Propaganda kann die Berichte über die Quasi-Diktatur in Weißrussland dazu nutzen, um eigene Position zu behaupten, nach dem Motto „Den geht es ja noch viel schlechter“. Und das wirkt.

Ein Kommentar zu “Russland und Weißrussland setzen den Informationskrieg fort”

  1. […] Präsidentschaftswahl. Unerwartet bekommt die Opposition Unterstützung aus Russland. Der diplomatische Konflikt des weißrussischen Präsidenten mit Russland könnte ihm Wählerstimmen kosten, da viele Bürger gute Beziehungen zu Russland […]

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