Bitte schreibe deinen Kommentar zu diesem Beitrag. Danke!

Russisches Verlagshaus entlässt alle rauchenden Mitarbeiter

Der Mitinhaber des Verlagshauses „New Media Rus“ Aram Gabrejanow entlässt alle rauchende Mitarbeiter. Die Anordnung tritt am 1. Oktober in Kraft. Im Arbeitsgesetzbuch gibt es allerdings keinen Artikel, kraft dessen man wegen ungesunder Gewohnheiten gekündigt werden darf.
Cigarettes

Gemäß der Anordnung  von Aram Gabreljan, dem Generaldirektor des russischen Verlagshauses „New Media Rus“ (gibt die Zeitungen „Zschizn“ (Das Leben) und „Twoj Den“ (Dein Tag) heraus und betreibt die Portale lifenews.ru und marker.ru), werden alle rauchenden Mitarbeiter ab dem 1. Oktober 2010 entlassen. Eine Kündigung der Beschäftigten nur weil sie rauchen ist gesetzwidrig, versicherten die Arbeitervertreter, berichtet Infobox.ru.

Auf Seiten des Verlagshauses wurde die Initiative der Kündigung rauchender Angestellter dadurch erklärt, dass „man sich Sorgen über Gesundheit nicht nur der Mitarbeiter des Hauses, sondern aller Menschen im Land macht“. „ Deshalb werden wir uns maximal für die Bekämpfung des Rauchens einsetzen. Rauchen verursacht Krebs, dazu verbraucht man für die Zigarettenpausen ca. eineinhalb Stunden der Arbeitszeit“, sagte der Exekutivdirektor des „New Media Rus“ Aschot Gabreljanow. „Aber wenn der Angestellte mit der Bitte kommt, ihm eineinhalb Stunde für Sporttreiben zuzuteilen, werde ich die Initiative unterstützen“ fügte er hinzu.

Die Anordnung der Kündigung der Mitarbeiter ab dem 1. Oktober  betrifft sämtliche Mitarbeiter des Verlagshauses, informierte Aschot Gabreljanow. Laut seiner Meldung hat schon die Mehrheit der Mitarbeiter nach dem Antrieb des Generaldirektors mit dem Rauchen aufgegeben und „ fühlt sich prima“. „ Viele wollten auch früher mit dem Rauchen aufgeben, aber ihnen fehlte der Anreiz. Arbeiterhaltung wurde für sie eine gute Motivation. Wir helfen der Bekämpfung des Rauchens, wir sind bereit, die Kur in der Klinik zu bezahlen“, teilte er mit.

Laut der Meldung des Leiters des Projektes Rabota.ru Eugenia Schatilowa, enthält das Arbeitsgesetzbuch keine Vorschriften, wegen deren man einem rauchenden Beschäftigten kündigen darf. „Das ist genauso, wenn man wegen der Liebe zum Kaffe oder zu hohen Absätzen kündigen würde. Das ist schon eine private Gewohnheit des Menschen, die mit seinen Pflichten nichts zu tun hat“, sagte Eugenia Schatilowa.

Im Falle der Kündigungsbedrohung muss man sich an die Arbeitsinspektion wenden, empfiehlt sie. „Das einzige Risiko entsteht nur, wenn die Mitarbeiter irgendwelche zusätzliche Vorschriften bezüglich der Betriebsordnung unterschrieben, in denen steht, dass Rauchverbot im Büro gilt. Wegen des Betriebsordnungsverstoßes kann man kündigen“, erläuterte Eugenia Schatilowa.

„Eine Kündigung wegen des Rauchens gemäß geltendem Arbeitsgesetzbuch ist verboten“ stimmte der Präsident der Gesellschaft „HeadHunter“ Juri Wirovetz zu. Laut seiner Meldung muss im Beschäftigungsnachweisbuch die Vorschrift des Arbeitsgesetzbuches eingetragen werden, nach der der Mitarbeiter entlassen wurde.

Es gibt keine Vorschriften bezüglich des Rauchverbots. So etwas ausdenken darf sich ein Artbeitgeber nicht. Es entsteht eine verwickelte und nicht eindeutige Situation“ meinte Juri Wirowetz. „ Als offizielle Erklärung kann der Artbeitgeber diese Formulierung benutzen, dabei wird aber formal Artikel 81 des Arbeitsgesetzbuches „Arbeitsausfall“ angewendet. Wenn der Angestellte schon einige Disziplinarstrafen eingesammelt hat, zum Beispiel wegen des Rauchens an dem verbotenen Ort ,wegen des Verstoßes gegen technische Brandsicherheitsbestimmungen oder wenn der Arbeitgeber systematisches Fernbleiben vom Arbeitsplatz  nicht dulden kann“, erläuterte er.

Die Kündigung der Person ist sogar nach den formalen Kriterien nicht so einfach, meldete Juri Wirowetz an. „ Jeder Mitarbeiter ist gesetzlich sehr gut geschützt, deshalb kann er den Kündigungsgrund bei der Arbeitsinspektion oder vor dem Gericht bestreiten. Und die Gerichte sind in 90 % der Fälle auf der Seite des Mitarbeiters. Die Entscheidung über die Kündigung sollte also nur bei den schwerwiegenden Gründen getroffen werden. Das Rauchen als Tatsache gehört zu diesen nicht“ erklärte er.

„ Die Kündigung einer Person ist immer möglich. Auf jeden Fall werden wir es offiziell machen. Wir haben aber zum Ziel nicht die Kündigung der Menschen, sondern die Unterstützung der Bekämpfung des Rauchens. Bis zum 1. Oktober geben wir den Mitarbeitern noch Zeit, um mit dem Rauchen aufzuhören. Wenn der Angestellte nicht aufhört und auf der Arbeit mit einer Zigarette erwischt wird, dann müssen wir von ihm Abschied nehmen“, fasste Aschot Gabreljanow zusammen.

Ein Kommentar zu “Russisches Verlagshaus entlässt alle rauchenden Mitarbeiter”

  1. Lalaboyam 12.09.2010 um 14:58

    Das ist echt Krass! Ist Rauchen nicht was persönliches? Eine Sache ist, wenn man eine Auswahl hat ins Raucher- oder Nichtraucher-Club zu gehen, ein Raucher- oder Nichtraucherhotelzimmer bucht. Aber hier… Vor allem, sowiet ich weiß, gibt es in Russland gar keine Regelung auf der gesetzlichen Ebene.

Einen Kommentar schreiben

Hot Tags