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Religionsunterricht vs Grundlagen der Ethik in den russischen Schulen

Schueler in Russland bekommen Religionsunterricht

In der Moskauer Umgebung wird das Fach „Grundlagen der gesellschaftlichen Ethik“ immer populärer

Schüler in den Lehranstalten der Moskauer Umgebung werden bereits in diesem Jahr das Fach „Grundlagen religiöser Kulturen und gesellschaftlichen Ethik“ kennenlernen. Wie wir bereits berichteten, gibt es in ganz Russland kaum qualifizierte Lehre für dieses Fach. Die Lehrer werden in Eile auf den Unterricht vorbereitet, es gibt im Moment noch keine Lehrbücher, die Eltern haben keine Modulwahl, da diese Entscheidungen von der Schule getroffen werden. In ganz Russland wird das Religionsfach erst im nächsten Jahr eingeführt. Das Experiment ist noch nicht beendet, aber wie man im Bildungs- und Wissenschaftsministerium sagt, können die Schulen in Regionen über die Einführung des Fachs selbst entscheiden, ohne die Behörden der Föderation in Kenntnis davon zu setzen.

Das Fach wird von den Lehrern der russischen Sprache und Literatur unterrichtet, wobei dafür 17 Stunden in der 4. und 17 Stunden in der 5. Klasse vorgesehen sind und es unklar bleibt, wie man ohne eine Steigerung der gesamten Unterrichtsstunden das neue Fach in dem Schulplan unterbringen kann. Es ginge nur, wenn man von 3 Wochenstunden des Literaturunterrichts 2 Stunden für die „gesellschaftliche Ethik“ lässt, was heutzutage noch fraglich erscheint.

Es entsteht sowohl das Problem des Schulpersonals, das keine zusätzlichen Unterrichtsstunden und folglich keine Extrabezahlung für das Lehren in diesem Bereich bekommt, als auch die Unklarheit in Fragen der Benotung der außergewöhnlichen Leistungen. Darüber, ob es überhaupt Noten für dieses Fach gibt, wird im Moment noch gegrübelt. „Im Moment wird über dieses Thema diskutiert. Einerseits sinkt die Motivation der Kinder, wenn es gar keine Noten gibt, andererseits kann man diesen Kurs nur schlecht benoten, da es sich in erster Linie um die geistige Bildung handelt“. Laut letzten Angaben entschieden sich Schüler der vierten Klasse für eins der folgenden Module entscheiden: „Grundlagen der orthodoxen Religion“ (30%), „Grundlagen der jüdischen Kultur“ (weniger als 1%), „Grundlagen der islamischen Kultur“ (9%), „Grundlagen der buddhistischen Kultur“ (1%), „Grundlagen der gesellschaftlichen Ethik“ (42%).

Das Experiment der Einführung des neuen Fachs startete im letzten Viertel des Schuljahres 2009/2010 in 19 Regionen Russlands, später kamen Republik Marij-El und Jaroslawler Gebiet dazu und wird demnächst in allen russischen Schulen als fester Teil des Schulprogramms präsent sein, wie Minister der Wissenschaft und Kultur Andrej Fursenko mitteilte.

 

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