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Protestspaziergänge der Künstler in Moskau: die Maler sind dran

Zeltlager am Denkmal von Abay: Occupy Abay

Maifeiertage 2012 wurden in Moskau durch Massenprotestaktionen gekennzeichnet. Bei der ersten davon – „dem Millionenmarsch“ kurz vor der Inaugurationsfeier Vladimir Putins –  versammelten sich einige Tausend Teilnehmer, die später massenhaft von OMON-Spezialeinheiten im Umkreis von Bolotnaja Platz festgehalten wurden. Im Anschluss an diese Versammlung wurde am Chistoprudnyj Boulevard ein Protestzeltlager aufgeschlagen.

Schriftsteller auf Protestspaziergang

Am 13. Mai fand in Moskau auf Initiative von Boris Akunin der sogenannte „Spaziergang der Schriftsteller“ statt, an dem Dmitrij Bykov, Dmitrij Gluhovskij, Julia Latynina, Lev Rubinstein, Ljudmila Ulizkaja sowie Eduard Uspenskij und Alexander Prohanov teilnahmen. Die künstlerische Intelligenz wurde laut Schätzungen des Korrespondenten von www.lenta.ru von ca. 10 Tausend Einwohnern Moskaus unterstützt. Nach Angaben der Polizei waren es ca. 2 Tausend Menschen. Der Umzug endete im Straßenlager der Opposition „OccupyAbay“ auf Chistye Prudy. Es wurden keine Zwischenfälle während des „Schriftstellerspaziergangs“ registriert.

Maler folgen Schriftstellern

Jetzt sind die Maler dran: Russische Maler machen am 19. Mai einen Spaziergang durch Moskauer Boulevards. Darüber informiert die Bewegung „Za prava cheloveka“ (aus dem Russ. „Für Menschenrechte“) mit dem Verweis auf einen der Kuratoren vom „Kotschevoj muzej sovremennogo iskusstva“ (aus dem Russ. „Nomadenmuseum der modernen Kunst“) Juri Samodurov.

Die Aktion soll um 18 Uhr am Samstagabend beginnen und gegen 21 Uhr enden. Samodurov stellte klar, dass der Promenadenspaziergang terminlich an die öffentliche Aktion „Nacht im Museum“ abgestimmt wird. „Alle Interessenten können sich ungewöhnliche und Phantasie sowie Sinne aufwühlende moderne Kunstwerke direkt auf den Straßen der Hauptstadt ansehen“, – sagte Samodurov.

„Nomadenmuseum der modernen Kunst“ vereint solche Maler wie German Vinogradov, Sergej Jakunin, Nikolaj Polisskij, Leonid Sohranskij, Viktorija Malkova, Polina Moskvina, Galina Schilina, Elena Munz u.v.a.

Laut Worten Samodurovs entschieden sich die Maler „die von der Gesellschaft festgelegten Grenzen von Museen und Galerien zu überschreiten und mit ihren Arbeiten auf die Straßen zu gehen, um eine Aussage zu machen, die jedoch nicht mithilfe von Wörtern, sondern durch visuelle Formen sowohl über tagesaktuelles Geschehen als auch über andere Fragen informiert“. Fast alle Kunstwerke, die die modernen Maler auf den Boulevards am Abend des 19. Mai präsentieren, sind von ihnen speziell für diese dreistündige Veranstaltung erschaffen worden.

Organisatoren des „Nomadenmuseums“ luden zu der Performance den Leiter des Kulturministeriums der Moskauer Regierung Sergej Kapkov ein und sprachen von der Hoffnung, dass er in der Lage sein würde, mögliche Probleme mit der Polizei und Kommunalverwaltung „hinzubiegen“.

 

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