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Politiker-Blogs: Die Grünen. Teil 1

Heutzutage nutzen viele Politiker Blogs zur Kommunikation mit ihren Wählern.  Das Weiße Haus bloggt, Medwedew bloggt mit Video-Beiträgen in seinem Livejournal Blog, die Ukrainischen Präsidentschaftskandidaten bloggen, sogar der Präsident der Republik Udmurtien bloggt.

Wie sieht es eigentlich mit deutschen Politikern aus? Mit diesem Post möchte ich eine Serie anstoßen, in der ich die Blogs deutscher Politiker teste. Wie 2.0 ist die Deutsche Politik? Führen die Kandidaten bzw Abgeordnete einen Dialog mit ihren Wählern?

Ich fange bei den Grünen Blogs an. Erwartungsgemäß sind die meisten in grün.

1. Josef Winkler, Stellvertretender Fraktionsvorsitzender.

Die als Blog aussehende Seite ist in Wirklichkeit kein Blog, sondern nur eine Profil-Homepage aus dem Zeitalter Web 0.2 und keines Falls 2.0. Kommentarfunktion – Fehlanzeige. Kontakt? Konnte ich nicht finden. Nur die Presse darf den Herrn Winkler kontaktieren, keine Wähler. Die Beiträge sind einigermaßen aktuell, ca. 2 pro Monat.

Fazit: Klare 6.

2. Malte Spitz, Mitglied im Bundesvorstand

Herr Spitz ist ein Junger Mann, bei dem ich etwas mehr Bezug zum Internet voraussetze, als beim Vorgänger.

Die Seite ist optisch nicht so schön gestaltet. Die Farbenkombination grün-dunkelblau-grau ist nicht sehr ansprechend. Na gut. Siehe da! Es gibt im Menu einen Link auf Blog. Ich bin gespannt.

Die Navigation und Usability im Blog ist furchtbar, ich brauchte ewig Zeit um rauszufinden, wie man auf einzelne Beiträge verlinkt. Erinnert eher an ein CMS mit Kommentar-Funktion als an Blog. Aber da sage ich es selbst. Es gibt tatsächlich eine Kommentar-Funktion und das ist schon ein großes Plus. Die Kommentare werden sogar nicht vormoderiert. Was mich überrascht – die Links funktionieren nicht, sie bleiben als Plaintext. Außerdem erscheinen die neuesten Kommentare oben. Wieder mal komischen Design-Feature. Sehr gewöhnungsbedürftig.

Jetzt zu Inhalten. Die sind wirklich top! Es werden interessante aktuelle Themen angesprochen. Die Texte sind persönlich und die Beiträge hochqualitativ. Großes Lob! Schade, dass die Beiträge in diesem Jahr seltener geworden sind.

Alles in allem: Eine 3+. Wenn Herr Spitz auf eine andere Blog-Software umsteigt ist irgendwann sogar eine 1 drin.

3. Omid Nouripour, der sein Gästebuch nicht moderiert

Die Website lädt zwar direkt auf der Startseite ein, mitzumachen, aber eine Mitmach-Seite ist es nicht. Es ist kein Blog und es ist wieder nur ein Webprofil, der noch auf zig weitere Webprofile verweist: Youtube, Xing, Facebook, Twitter, Wer-kennt-wen. Da fehlt eigentlich nur noch Schüler-VZ…

Der in Teheran geborene Politiker will seine hessische Zugehörigkeit bestätigen und bietet ein Hessisch-Wörterbuch an. Witzige Idee, aber zu durchschaubar der Hintergedanke.

Note: 5. Ganz schlimm ist das altbackene Gästebuch, wo die Email-Adressen veröffentlicht werden… Das Gästebuch wird nicht moderiert und enthält tonnenweise Beleidigungen gegenüber dem Politiker. Peinlich!

4. Steffi Lemke, politische Geschäftsführerin

Die Seite von Steffi Lemke erinnert optisch an eine Foto aus den 70ern, nur der VW-Bus fehlt. Auch das Foto der Politikerin passt eher zur Illustration von einer Studentenzimmereinrichtung im IKEA Katalog.

Aber aller recht frisch und positiv. Ich krieg sofort eine bessere Laune. Und die brauche ich nach dem Gästebuch vom Herrn Nouripour aus Hessen.

Hurra, die Seite von Steffi Lemke ist ein echtes WordPress Blog. Ich habe es schon vermisst, nach den komischen Software-Lösungen anderer Politiker. Auffallend ist in diesem Blog jedoch, dass die Artikel-Snippets zu kurz sind und die Anzahl von Kategorien und Tags zu hoch. Dadurch bekommt man den Eindruck einer Link-Liste auf der Startseite. Unglückliche Lösung. Auch viele anderen Sachen sind nicht wirklich gelungen. Komisches Datumsformat (01 12 13:00 – 12. Januar), nur 5 Artikel pro Seite.

Beim genauen Hinsehen stellt sich heraus, dass nicht die Snippets zu kurz sind, sondern die Beiträge selbst! Sie bestehen zum großen Teil aus Ankündigungen von Veranstaltungen. Kaum echte Blogbeiträge. Da wurde die Grundidee des Blogs mißverstanden.  Schade. Dazu sind noch die Beiträge nicht von Frau Lemke selbst verfasst. Die Kommentarfunktion ist an, aber die Beiträge werden vormoderiert.

Insgesamt eine 4. Es reicht nicht, ein Worpress-Blog mit einem witzigen Tapeten-Hintergrund aufzusetzen, man muss auch (wie z.B.  Herr Spitz) bloggen.

Weiter mit Politiker-Blogs-Tests geht es in den nächsten Tagen.

4 Kommentare zu “Politiker-Blogs: Die Grünen. Teil 1”

  1. Konstantinam 10.02.2010 um 21:55

    Danke für die Übersicht. Gibt es denn überhaupt niemanden bei den Grünen, der WordPress, Twitter, Facebook etc. benutzt, um die Wähler anzusprechen?

  2. Kataam 10.02.2010 um 22:04

    Doch, kommt noch! :)

  3. […] Ich kann es nicht lassen. Es macht einfach soviel Spaß, sich die Seiten der Politiker anzuschauen. Hier kommt Teil 2 der neulich angefangenen Serie über Politiker Blogs. […]

  4. […] angemeldet. Wir haben schon mal zu Wahlzeiten analysiert, welche Parteien bzw. welche Politiker (in Deutschland oder in der Ukraine) Web 2.0 tauglich sind und welche die Ziele verfehlen. Regierungssprecher […]

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