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NTV als Flaggschiff der russischen Propaganda-Medien

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TV-Gesellschaft NTV (auch NTW) steckt in Vorbereitungen zum Ausstrahlen eines entlarvenden Films, in dem es sich um den Ex-Präsidenten der UdSSR – Michail Gorbatschow – handelt. Das teilte der Informationsdienst der TV-Gesellschaft dem Nachrichtenportal www.lenta.ru mit.

Es wird geplant, dass im Film, dessen vorläufiger Titel „Zagranica nam pomozhet“ (aus dem Russ. „Hilfe kommt aus dem Ausland“) lautet, u.a. Mitglieder des Präsidiums der Bewegung „Solidarnost“ (aus dem Russ. „Zusammenhalt, Solidarität“) Ilja Jaschin und Boris Nemzov als Handlungsfiguren auftreten werden.

In den letzten Monaten kritisierte Gorbatschow mehrmalig Handlungen von Dmitrij Medwedew und Vladimir Putin, indem er sagte, dass sie das Land „in eine Sackgasse“ führen würden. Ex-Präsident der UdSSR appellierte auch für die Stimmenabgabe bei den Wahlen in die Duma gegen „Vereintes Russland“. Später forderte er von der Regierung die Frage nach der Annullierung der Wahlergebnisse aufzustellen.

In vergangenen Monaten zeigt der TV-Sender NTV regelmäßig Filme, welche Vertreter der Opposition und andere Gegner der heutigen russischen Regierung in ein negatives Licht rücken.

Kurz vor den Duma-Wahlen Anfang Dezember 2011 wurde auf NTV der Film „Golos niotkuda“ (aus dem Russ. „Stimme aus dem Nirgendwo“) gezeigt, der über die Assoziation „Golos“ berichtet, die sich mit dem unabhängigen Wahlmonitoring in Russland befasst. In der Sendung wurde insbesondere behauptet, dass diese Organisation ein Agent unter Einfluss der USA sei.

Im September 2011 brachte die TV-Gesellschaft den Film „Nepravoe delo“ (aus dem Russ. „Ungerechte Sache“) heraus, der über Verbindungen des Stiftungsgründers „Gorod bez narkotikov“ (aus dem Russ. „Die Stadt ohne Drogen“) Evgenij Rojzman mit kriminellen Strukturen erzählte. Die Sendung erschien im Hintergrund des möglichen Beitritts Rojzmans zur Partei „Gerechte Sache“. Dagegen traten Vertreter der Administration von Kreml auf, was im Nachhinein zum Parteiaustritt ihres Anführers Michail Prochorov führte.

Im Herbst 2010 wurden im Rahmen des Programms „Russische Sensationen“ auf NTV Filme „Delo v kepke“ (aus dem Russ. idiom. „Die Sache ist in trockenen Tüchern“) und „Dorogaja Elena Nikolaevna“ (aus dem Russ. „Liebe Elena Nikolaevna“), die harte Kritik gegenüber dem damaligen Bürgermeister Juri Luzhkov und seiner Ehefrau Elena Baturina enthielten. Früher kreierte der TV-Sender eine Filmreihe „Krestnyj batka“ (aus dem Russ. „Der Taufpate“), die die Tätigkeit vom weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko, der sich in scharfe Konfrontation mit Moskau begab, im negativen Stil beleuchtete.

NTV wurde 1993 als erster unabhängiger TV-Sender in Russland gegründet, entwickelte sich dennoch in den vergangenen Jahren zu einem beliebten Propaganda-Medium der Regierung.

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