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Multikulturalisten in St.-Petersburg machen einen Schritt „dem Anderen entgegen“

Am 10. Oktober wurde in St.-Petersburg die Ausstellung „Dem Anderen entgegen“ eröffnet, wie die Informationsagentur Regnum berichtet.

Die Organisatoren der Exposition lassen die Zuschauer die Kultur der Migration und Migrationsprozesse, die mittlerweile ein beständiger Teil der europäischen und russischen Wirklichkeit geworden sind, aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten.

Die Ausstellung „Dem Anderen entgegen“ zeigt Videoarbeiten der holländischen Kulturtheoretikerin und Videokünstlerin Mieke Bal. Sie stellt zwei Projekte vor: „Migrationsgeschichten“ – 13 Videogeschichten, die von Migranten aus verschiedenen Ländern erzählt werden und „Nichts ist verloren gegangen“ – 8 Berichte von Müttern über ihre Kinder, die ihr Land auf der Suche nach einem besseren Leben an den anderen Orten verlassen haben.

Ebenso können Besucher des Projekts „Dem Anderen entgegen“ das neue Video des russischen Kollektivs „Was tun?“ – „Museumsongspiel. Niederlande 20XX“ begutachten, dessen Story sich um eine Gruppe illegaler Migranten kreist, die im Museum für Moderne Kunst lebt, um einer Abschiebung zu entkommen. Die Arbeit, die auf Bestellung des Van Abbemuseums in Eindhoven (Niederlande) und der Ausstellung „Dem Anderen entgegen“ entstand, ist eine auf Video aufgenommene inszenierte Performance, in der der Chor wie in der altgriechischen Tragödie die Rolle des Bindegliedes zwischen Handelnden spielt. Außerdem wurde von den Künstlern des Teams „Was tun?“ eine Zeitung speziell zum Thema Migration in Russland mit den Artikeln von russischen und internationalen Fachmännern herausgegeben.

Das Projekt wird durch ein umfangreiches Programm parallelisiert, das zu einer Serie offener Vorlesungen von Mieke Bal, der Künstlergruppe „Was tun?“ und anderer internationaler und russischer Experte (Maler, Soziologen, Anthropologen, Kulturologen) einlädt, die auf eine oder andere Weise in ihren Arbeiten und Forschungen Fragen der Migration und Integration ansprechen.

In einem Interview antwortete die Malerin Mieke Bal auf die Frage, wie sie das Scheitern der Multikulturalismus-Politik in Europa beurteilt: „ Ich finde nicht, dass diese Politik scheiterte, der Multikulturalismus existiert. In Wirklichkeit sind es Politiker, die über dieses Problem negativ reden. Deswegen bildet sich die Meinung, dass eine multikulturelle Gesellschaft etwas Gefährliches ist. Viel gefährlicher ist eine Monokultur, wie wir es aus der traurigen Erfahrung der 30-er Jahre des letzten Jahrhunderts wissen. In unserer Ausstellung wollen wir aufzeigen, dass dem nicht so ist und den Menschen durch die Kunst helfen einander besser zu verstehen und keine Kulturautisten mehr zu sein“.

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