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Lehrer für 2 Sprachen: To be or not to be?

Sprachdidaktik und co

Bildungstheorie, Sprachdidaktik und co: alles umsonst gelernt?

Hätte ich nur auf meine Englisch/Spanisch-Lehrerin in der Schule gehört! „Studiere nie auf Lehramt mit 2 Sprachen, mein Kind!“ – pflegte sie zu sagen, als ich begeistert in ihrem Unterricht von meinen Plänen geschwärmt habe, – „Du korrigierst dich tot.“

Ehrlich gesagt ist die Unsicherheit bei mir viel früher aufgekommen, noch lange vor meiner ersten Klausurkorrektur, noch lange vor dem 2. Staatsexam, noch lange vor dem Ende des Studiums. Ja, ich habe schon immer Sprachen geliebt und ich liebe ich immer noch. Ich will auch, dass mein Job mit Sprachen zu tun hat, aber will ich wirklich unterrichten?

Die ersten Zweifel kamen beim Großen Latinum, an das ich immer noch mit Schrecken zurückdenke. Einen ganzen Semester hat mir der Spaß gekostet, gebracht hat es wenig. Auch wenn Latinum als Beweis des guten Allgemeinwissens gilt, bei der zukünftigen Bewerbung kann ich damit wohl kaum punkten. Mit welchem Land sollte ich mich bitte schön in Latein unterhalten? Dann hatte ich meine erste Praktika und dann wurde mir klar: ja, ich arbeite gern mit Kindern, aber ist die Tätigkeit abwechslungsreich genug? Bereits als ich in der 2. und 3. Stunde unterschiedlichen Schülern das Gleiche erzählte, wurde mir klar: entweder muss ich mit meinem Unterrichtsmaterial für Abwechslung sorgen, oder ich langweile mich zu Tode.

Die Suche nach Unterrichtsmaterial gestaltet sich jedoch nicht immer einfach. Zwar werben Portale wie Meinunterricht.de damit, dass sie mit Ihren Vorlagen, Arbeitsblättern und Übungen helfen, den Unterrichtsentwurf mal anders zu gestalten, dennoch bietet die Website (zumindest bisher) keine Materialien für meine Fächer – Englisch und Spanisch. Einem anderen Lehrer wird da eventuell geholfen: meine Mutter – Lehrerin für Mathematik und Chemie – kann sich den Weg zur Bibliothek dank unterschiedlicher Online-Angebote öfters sparen.

Hilfsmittel hin oder her, ich habe mich inzwischen entschieden, einen anderen Weg einzuschlagen. Denn es ist mir gegen das Ende des Studiums immer klarer geworden, dass die Pädagogik nicht meins ist und dass ich mir das Referendariat sparen kann. Nie werde ich fünfzehnseitige Englisch-Klausuren der Zwölftklässler korrigieren, nie werde ich Noten in die Zeugnisse eintragen. Nachdem ich nun den 1. Staatsexam hinter mir habe, habe ich vor in die Wirtschaft zu gehen. Immerhin sind Sprachkenntnisse ein wichtiges Asset, das ich als Quereinsteigerin meinem zukünftigen Arbeitgeber mitbringe. Ich habe für mich also die Frage „To be or not to be“ negativ beantwortet.

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