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Kein Russisches Porno bei der Literaturmesse in Moskau

Ein Banner der Literaturmesse Non-Fiction

Die Direktion des Zentralen Hauses des Malers auf dem Krymskij Val verbot die Durchführung des Sonderprojektes „Russkoje porno“ (aus dem Russ. „Russisches Porno“) auf der Messe für intellektuelle Literatur Non/fiction, die vom Portal OpenSpace.ru organisiert wurde. Das berichtete der Verlag selbst am 25. November.

Wie der Leitungsvertreter Daniil Karlov, der bei der Redaktion von OpenSpace angerufen hatte, mitteilte, wurde die Installation aufgrund der „politischen Anrüchigkeit des Projekts“ verboten worden. Laut Aussage Karlovs „sollte die Literarutmesse Non/fiction in diesem Jahr eine warmherzige und apolitische Veranstaltung sein“.

Das Projekt, das von der OpenSpace Redaktion speziell zu Beginn der Literaturmesse konzipiert wurde, die im Jahr 2011 bereits zum 13. Mal stattfindet, stellt ein Verkaufshäuschen im Stil von europäischen Sexshops und Peepshows mit der Aufschrift „Russisches Porno“ dar. Im Inneren der Bude würden für die Zuschauer vier Programme angeboten werden, die diverse Videosequenzen zum politischen Leben, russischen Fernsehen und offiziöser Kultur in Russland zeigen würden. In dem vierten Programm wollte man das Ballett „Schwanensee“ laufen lassen. Der Schwanensee lief in der Sowjetunion auf allen Fernsehkanälen während des Augustputsches 1991 in Moskau.

Nach Plan der Erschaffer des Projekts sollten alle Inhaltsebenen durch eine Idee vereinigt werden: sie charakterisieren das Leben im Land, das für eine neue 12-jährige Machtperiode Vladimir Putins bereit ist. Wie man in OpenSpace präzisiert, ist das alles genau dieses „russisches Porno“, in dem die Menschen hier das letzte Jahrzehnt gelebt hatten und auch vorhaben, weiterhin zu leben“.

„Russisches Porno“ wurde der Direktion der Literaturmesse Non/fiction und der Leitung des Zentralen Hauses des Malers im Oktober 2011 vorgestellt. Das Projekt wurde durch das Expertenrat genehmigt und erschien auch als Teil des Programms im Messekatalog. Um seinen jetzigen Rückzieher und Verbot der Installation zu erklären, sagte Daniil Karlov, dass der Verzicht auf die politischen Themen die heutige Stellungnahme der Messe in den Tagen vor den Wahlen wiederspiegelt. Im OpenSpace ergänzte man, dass eine weitere Begründung der Ablehnung die mögliche aggressive Reaktion auf das Projekt seitens der Pro-Kreml Bewegung „Naschi“ (aus dem Russ. „Die Unsrigen“) sein kann.

Die Messe Non/Fiction startet in Moskau am Mittwoch und läuft bis zum 4. Dezember.

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