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Kaliningrad: die Bernsteinstadt

kaliningrad

Kaliningrad. Foto: D. Djomina, vk.com

Die Stadt des ersten litauischen Buches und des ersten deutschen Flughafens. Geburtsort der Autoren der „Kritik der reinen Vernunft“ und des „Nussknackers“. Der Ort, wo bis heute nach dem berühmten Bernszeinzimmer gesucht wird – all das ist Kaliningrad, einst „Königsberg“ genannt. Zu „Kaliningrad“ wurde die Stadt erst nach dem zweiten Weltkrieg, als sie buchstäblich aus Ruinen wiederaufgebaut worden ist. Aber einige alte Bauten wurden verschont: Kirchen, Wohnquartiere, die Universität und die Kathedrale mit dem Mausoleum Immanuel Kants, welcher nahezu sein ganzes Leben in Kaliningrad verbracht hat.

Außer bedeutender Architekturdenkmäler hat Kaliningrad von Königsberg die Kunst der traditionellen Fischerei und Brauerei vererbt.

Zur Geschichte:

In 1255 auf einem hohen Hang am Ufer des Pregels bauten die Ritter des Deutschen Ordens eine Burg, welche den Namen „Königsberg“ erhielt. Um diese herum entstanden Siedlungen. Erst in 1714 vereinigten sich drei selbstständige, rivalisierende Teilstädte Altstadt, Kneiphof und Löbenicht zu Königsberg, welche bis 1945 Hauptstadt Ostpreußens blieb.

 Zum Krieg:

Am 27 und 30 August 1944 die Stadt praktisch komplett von der britischen Luftwaffe zerstört. Erstmalig in der Geschichte wurden Napalmbomben angewandt. Die Brände dauerten einige Tage an; laut Augenzeugen sind sogar Steine geschmolzen. Der historische Kern wurde vollkommen ausgelöscht.

Einige Sehenswürdigkeiten

Das Bernsteinmuseum

Das Bernsteinmuseum befindet sich im Dohnaturm, einer Fortifikation am Ostufer des Obersees, erbaut in 1859. Er ist leicht zu erkennen: ein niedriger Backsteinturm am Rossgärtner Tor, von einem Wassergraben umgeben und mit Zacken verziert.

Das Bernsteinmuseum ist als Einziges in Russland nur einem Mineral gewidmet.

Es beherbergt eine Sammlung baltischer Naturunikate, Fragmente des in 1945 verschollenen Bernsteinzimmers und antike sowie zeitgenössische Kunststücke aus Bernstein.

Besonders sehenswert ist eine einzigartige Bernsteinsammlung mit Einschlüssen mesolithischer Pflanzen und Insekten.

Bernsteinmuseum. Foto: N. Kowalenko, vk.com

Bernsteinmuseum. Foto: N. Kowalenko, vk.com

Der Königsberger Dom

Die Kathedrale auf der Kant-Insel wurde infolge der Bombenangriffe in 1944 komplett zerstört und erst nach 1992 wiederaufgebaut. Heute befinden sich hier die evangelische und katholische Kapellen, der Orgelsaal und das Immanuel-Kant-Museum. Die Wahrzeichen des Doms sind die drei Orgeln und die präziseste Uhr Kaliningrads.

An der Nordwand des Doms befindet sich das Mausoleum Immanuel Kants, welches die Domruine während der Sowjetzeit vor dem endgültigen Abriss bewahrt hatte.

Kurische Nehrung  – ein fragiles Werk der Natur

Die Kurische Nehrung, ein fast 100 Kilometer langer Sandstreifen, trennt wie eine riesige Sichel das gleichnamige Haff von der Ostsee ab. Am besten ist der Kontrast zwischen dem unruhigen Meerestürkis und dem grauen stillen Brackwasser der Lagune aus dem Flugzeugfenster zu erkennen. Berühmt durch seine Wanderdünen und den „tanzenden Wald“, fasziniert der Naturpark –  UNESCO Weltkulturerbe – auch durch die mannigfaltige Fauna: ohne Scheu kommen Füchse, Hasen und Rehe ganz nah.

Die Kant-Insel

Die Kant-Insel oder Kneiphof befindet sich in Zentrum Kaliningrads, inmitten des Pregels. Schaut man auf den großen Park mit steinernen Skulpturen und auf das einzige Gebäude auf der Insel – den immensen Dom, glaubt man kaum, dass sich hier einst eine ganze Stadt befand.

Zur Geschichte:

Zuerst wurde die Stadt im 14. Jahrhundert erwähnt. Damals besaß sie sogar einen eigenen Wappen. Kneiphof rivalisierte ständig mit zwei weiteren Städten in der Nähe von Königsberg. Bis zum Jahr 1944 gab es in der Stadt 23 Straßen, einen regen Straßenbahnverkehr, 304 Häuser, einen Rathaus und eine Kathedrale. Diese wurde während der Bombenangriffe in August zerstört. Heute ist die Kant-Insel ein beliebter Erholungsort.

Interessant:

Fünf Brücken verbanden die Insel mit dem Festland. Insgesamt verliefen sieben Brücken über den Pregel, weswegen die Königsberger den Stadtbesuchern gerne das „Rätsel von den sieben Brücken“ aufgaben: Wie kann man alle sieben überqueren, ohne eine Brücke zweimal besteigen zu müssen? In 1736 hat der berühmte Mathematiker Leonhard Euler bewiesen, dass dies nicht möglich ist. Auf der Grundlage von seinem exzellenten Beweis ist die „Grafentheorie“ entstanden, welche bis heute zur Berechnung der Verkehrswege eingesetzt wird.

Quelle: redigo.ru

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