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In Kiew werden Menschen vermietet

Zum Mieten wird ein afrikanischer Lebensgefährte für ein Ehemaligen-Treffen oder ein Kind für einen Spaziergang im Park angeboten.
Auf dem Dienstleistungsmarkt in der ukrainischen Hauptstadt gibt es seit kurzem Menschen zum Mieten. Leihweise können die Kiewer eine Begleitung für Shopping, ein Kind zum Spazierengehen, einen schönen Verlobten, mit dem man wichtigtuerisch auf dem Ehemaligen-Treffen protzen kann, sogar den Vater Ihres Babys für nur 100 Hrywnjas (ca. 10 Euro) pro Stunde bekommen.
Some Random Couple

„Fühlen Sie sich allein? Sie wissen nicht, mit wem Sie abends durch die Stadt bummeln können und mit wem Sie sich angenehm unterhalten können? Wir werden Ihnen dabei helfen, einen Freund oder eine Freundin, eine Ehefrau oder sogar ein Kind stundenweise oder für ein ganzes Wochenende zu finden“, so heißt es in einer Anzeige im Internet. Die Redaktion einer ukrainischen Zeitschrift entschloss sich zum Ausleihen eines Freundes für einen Abend. Eine Journalistin kontaktierte den Inserenten. Im Telefongespräch erzählte sie, dass eine Heimkehr-Party bald stattfinden soll, auf der man ohne Verehrer nicht erscheinen darf. Am anderen Ende der Leitung antwortete eine junge Stimme, die sich als Ewgenija vorstellte. Sie wollte sofort genau wissen, wie alt der Begleiter sein soll und wann genau das Treffen stattfindet. „Wir können einen Mann im Alter bis zu 30 Jahren zur Verfügung stellen. Spielt das Aussehen für Sie eine Rolle? Wie soll er aussehen?“, fragte Ewgenija, nachdem sie uns erklärte, dass der Service von den Studenten und ehemaligen Studenten der Theater-Universitäten angeboten wird – sie wachsen schnell in die Rolle hinein. Außerdem werden afrikanische Männer vermittelt. Die junge Dame wies die Journalistin daraufhin, dass man mit dem Pseudoverlobten schon davor einen Termin ausmachen sollte, um „einige Details“ zu besprechen. „Sie sollten ihm erzahlen, wann und wo sie zur Schule gegangen sind, einige Einzelheiten aus Ihrem Schulleben und das Übrige. Er wird Sie ja schon selber herausfragen. Besprechen Sie die Kleidung und die Haltung, worüber man reden darf, was man lieber nicht erwähnt.“, klärte Ewgenija die Kundin auf.

Die Gesprächspartnerin teilte mit, dass die Miete des Freundes alles in allem nur 100 Hrywnjas (etwa 10 Euro) kostet, inklusive Ausgaben für Taxi, Blumen (für Sie!) oder für schicke Klamotten Ihres Begleiters. „Wenn er zustimmt, dass er die Klamotten nacher für sich behält, dann können Sie die Kosten teilen.“, sagte Ewgenija.

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Durch eine andere Anzeige haben die Journalisten versucht ein Kind zum Spazierengehen zu bestellen, aber dort antwortete man, dass sie nur Kinder ab …16 Jahre haben. „Wir haben keine kleinen Kinder, wobei zwei 17-jährige Mädels sehen wie 14-Jährige aus. Würde das passen?“, fragte Alexander nach und bot auf der Stelle einen Freund oder eine Freundin zum Mieten an, „Wir können Ihnen einen Mann anbieten, der hervorragend Karten spielt, oder eine junge Frau, die Sie beim Einkaufsbummel begleiten wird.“ Erstaunlicherweise kann man bei diesem Anbieter auch den Vater für Ihr Kind bestellen. „Dieser Service ist bei uns ziemlich nachgefragt, denn Kinder brauchen oft, dass der Vater zur Schule geht oder mit Freunden plaudert. Monatlich wenden sich alleinerziehende Mütter ein paar Male an uns.“, berichtete der Leiter der Leihfirma Witalij Wlasenko. Er behauptete, dass sie keine unzufriedene Kunden hätten: „Wir bereden den Ablauf des Termins bis ins kleinste Detail. Falls etwas schiefgeht, bekommt man das Geld zurück.“

Die Idee der Menschenvermittlung ist nicht neu. In Japan kann man beispielsweise eine ganze Familie mieten. Die „Ehefrau“ wird den Mann mit einem köstlichen Mittagessen erwarten, die „Kinder“ werden ihre Spielzeuge zeigen. Der Service kostet ab 700 US-Dollar pro Stunde. In Europa ist die Miete der Großeltern verbreitet. Die Oma kann dem „Enkelkind“ Märchen vorlesen und auf das Kind aufpassen, während seine Eltern arbeiten.

Ein Kommentar zu “In Kiew werden Menschen vermietet”

  1. Lalaboyam 13.08.2010 um 16:53

    In Deutschland gibt auch ein Service, wo man gut aussehende und kluge Studentinnen als Begleitpersonen mieten kann. Das mit den Kindern ist aber etwas zu krass, finde ich…

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