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Im Urlaub hinter Gittern – Erlebnisse russischer Touristen in der Türkei

Daniel (hier und im Weiteren sind die Namen verändert) aus dem Ural, verbrachte seinen Urlaub in der türkischen Touristenstadt Kemer, lernte einen Landsmann kennen, sie feierten zusammen. Eines Tages verlor der Landsmann sein teures Handy und erstattete eine Anzeige bei der Polizei. Früh morgens ging Daniel zum Strand und fand das Handy, legte es in die Tasche und dachte: ich komme zurück ins Hotel und gebe es dem Besitzer. Er kam zurück, die Polizei war da.“Hier ist es!“,-rief Daniel, das Handy aus der Tasche ziehend und plötzlich schlossen Handschellen um seine Hände. Weiter wie im Nebel. Der Landsmann rief: „Lasst ihn in Ruhe!“- niemand achtete darauf. Und dann das Gericht, ohne den Angeklagten. Daniel wurde freigesprochen, wurde aber ins Gefängnis gebracht, um auf den Rückflug zu warten…

Ivan und Theodor aus Rostov-na-Donu im Süd-Westen Russlands wurden für Terroristen gehalten. Sie kauften sich die türkische Flagge (als Andenken) und legten sie in die Tasche. In der Nacht machten sie viel Lärm mit zwei Moskauerinnen, die sie am Strand kennen lernten. Die Hotel-Security verwies sie auf die Ordnung und sah plötzlich eine Ecke der türkischen Flagge aus der Tasche hängen. „Sie verloren die Kontrolle, warfen uns zum Boden und packten uns an der Kehle, – sagte Ivan, – sagten mehrmals, dass wir die Flagge der Türkei beleidigt hätten“. Die Polizei machte den jungen Menschen Angst: der Verstoß gegen Paragraph „Terrorismus“ und 20 Jahre Gefängnis sind die Folgen.

Sie wurden nicht verurteilt, sondern wurden in das gleiche Gefängnis gebracht bis der Rückflug anstand.

Und hier die Geschichte die der Journalist der Zeitschrift KP.ru erzählte:

Ich fuhr mit einem gemieteten Auto durch die Gegend, genoss den Urlaub, mit mir meine Frau und Kinder (1 und 4 Jahre). Irgendwo in einem entliegenden ländlichen Gebiet machten wir einen Zwischenstopp. Am Straßenrand entdeckten wir ein paar Steine – Kalksteine ca 20×30, unregelmäßiger Form, wie abgebrochen. Auf den Steinen irgendwelche Linien, eine Art Blätter und kleine, in der Reihe stehende Kügelchen. Damals dachte ich, sie wären irgendein Murks, Reste einer gegenwärtigen Produktion. Die Schneidspuren waren frisch, der Schutt sauber, ohne Rost und Schmutz.

Der Zollbeamte im Flughafen sah auf den Monitor und nannte unsere Entdeckung „historisches Relikt“. Sofort wurde das Band angehalten, die Koffer geöffnet, der Inhalt durchgewühlt. Sie fanden einen russischsprachigen Mitarbeiter, der im Klartext sagte : „Du wirst eingesperrt“. Sie führten mich auf die Polizeistation – ein kleiner Raum mit Wänden aus Glas direkt in der Abflughalle. Von den Seiten kamen russischsprachige Menschen und meinten: “ für 20…15 Jahre“.

Wieso änderte sich das Verhalten der Türken gegenüber den Touristen aus Russland? Die Meinungen der Leute, die von KP.ru gefragt wurden, gehen auseinander:

Gennadij Gudkov, Stellvertretender Vorsitzender des Duma-Ausschusses für Sicherheit :

– Es hat sich nichts verändert. In der Türkei gibt es verschiedene Kräfte und Interessen. Ein Teil der Gesellschaft, als Vertreter der Touristenbranche, darunter die Besitzer der Geschäfte und Hotels – sie lieben uns Russen.

Aleksej Mamontov, Präsident des Moskauer Internationalen Währung-Vereins :

– Der Russe im Urlaub und der Russe Zuhause – das sind zwei verschiedene Nationalitäten! Vollständige Entfremdung und Verrücktheit! In diesem Sinne sind nur die Deutschen mit uns zu vergleichen! Und so dienen wir als ein schlechtes Vorbild für die Türken, die wiederrum versuchen an einem bestimmten Zeitpunkt so zu sein wie wir…

Dmitrij Zacharov, TV – Moderator :

– Im Verhalten gegenüber den Russen haben sie ein Gefühl von Straflosigkeit: sie wissen, auf ihre Handlungen folgt keine Haftung. Im Vergleich: wird einem Amerikaner ein Schaden zugefügt, ist ein amerikanischer Flugzeugträger am nächsten Tag da, um die Ordnung wiederherzustellen. Wie es mehrmals passiert war. Passiert etwas mit den russischen Touristen, ist es der Regierung gleichgültig.

Vadim Drobiz, Leiter des Zentrums für die Marktforschung von Alkohol :

– Ich bin der Meinung, es ist nicht weiter tragisch. Dort bildet sich eine Millionen-Stadt aus den russischen Touristen. Und in solch einer Stadt wimmelt es von Gefängnisaufenthalten, Missbräuchen und „Mördern“. Vielleicht haben wir es früher einfach nicht wahrgenommen…

Dmitrij Krylov, Moderator :

– Es kann sein, dass die Türken in Bezug auf die russischen Touristen enttäuscht wurden, weil diese nicht mehr mit Geld um sich schmeißen, wie früher. Wir müssen auch eine aktive Unterstützung der schlechten PR von der Konkurrenz in Betracht ziehen. Die Welt des touristischen Bussiness ist grausam: wenn ein Unglück in Ägypten passiert, reiben sich die Griechen, Türken, Spanier die Hände, denn jetzt geht die Reise in ihr Land. Passiert etwas in der Türkei, freuen sich die anderen.

Svetlana Hovrina, Radiohörerin :

– Es liegt in der Mentalität. Türken sind listige Menschen. Sie lächeln, wenn sie etwas von dir wollen und sobald alles ausgesaugt ist und ein neuer Mensch am Horizont steht, wechseln sie ganz schnell und zeigen ihr wahres Gesicht.

Sergej, Leser von kp.ru :

– Wir können uns selbst nicht leiden! Ich arbeite selbst in einem Reisebüro und sehe, dass im Laufe der Jahre immer mehr Russen die Reisen aussuchend, uns darum bitten, sie weiter weg von ihren Landsleuten unterzubringen. So ist es ruhiger…

 

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