Bitte schreibe deinen Kommentar zu diesem Beitrag. Danke!

Gognievs Verprügelung in der Premier-Liga (Video): UEFA soll sich einschalten

Gogniev wird am Spielfeldrand verprügelt

Die russische Premier Liga ist spätestens seit diesem Jahr in aller Munde: Spieler wie Voronin, Kuranyi, Eto’o, Criscito oder Dumbia wären sicherlich eine Attraktion für jede europäische Liga, jedoch spielen sie in Russland. Man möge denken, endlich wäre der Profi-Fussball in Russland auf dem europäischen Niveau. Wer das glaubt, wurde letzten Monat eines Besseren belehrt. Der Spieler des FK Krasnodar Spartak Gogniev wurde von Sicherheitskräften bei einem Spiel in Grosny (Tschetschenien) am Rande des Spielfelds brutal zusammengeschlagen. Jetzt will die Spielervertretung FIFPro, dass FIFA und UEFA sich in die Angelegenheit einschalten.

Die Russische Premier Liga: zwischen Professionalität und Banditismus

Alles der Reihe nach. In Russland läuft nach dem englischen Modell ein Turnier der Amateur-Mannschaften parallel zur Premier-Liga, bei dem die 2. Mannschaften der 16 besten russischen Fussballklubs gegeneinander Spielen. Am 4. November trat in diesem Wettbewerb der FK Krasnodar (9. in der russischen Liga) beim FC Terek Grosny (gerade auf Platz 11) auf.

Spartak Gogniev, der Kapitän von Krasnodar, bekam eine rote Karte in der 2. Halbzeit. Während er das Feld verließ, fing er eine Auseinandersetzung mit den gegnerischen Spielern an und schubste den Schiedsrichter einige Male. Als Gogniev am Rande des Spielfelds war, wurde er von einer Gruppe von Menschen (Sicherheitsbeamten und Mitarbeitern von Terek) angegriffen und geschlagen. Der Spieler konnte in die Spielerunterführung flüchten. Dennoch wurde er dort von Leuten in Polizeiuniform angegriffen und mit Gummiknüppeln verprügelt. Der 30-jährige Gogniev erlitt eine Gehirnerschütterung. Er hatte außerdem einige gebrochene Rippen und eine gebrochene Nase.

Milde Strafen gegen Grosny

Der russischer Fussballverband hat Gogniev für 6 Spiele des Amateurturniers disqualifiziert und eine Strafe in Höhe von 50.000 Rubel (ca. 1.100 Euro) verhängt. Der Verein Terek wurde mit 500.000 Rubel  (11.000 Euro) für Ordnungswidrigkeiten bestraft. Außerdem muss die Amateurmannschaft 2 Spiele auf einem neutralen Ort austragen. Der Trainer der Amateurmannschaft und der Administrator wurden für ein Jahr aus dem Profifussball verbannt und müssen ebenfalls jeweils 500.000 Rubel Strafe zahlen, berichtet Gazeta.ru.

Das Video der Verprügelung: inzwischen über 350.000 Aufrufe bei Youtube

Die Profi-Fussballer Vertretung FIFPro hält diese Strafen für zu mild und ruft FIFA und UEFA dazu auf sich zu Gewalttaten gegenüber Spartak Gogniev zu äußern. „FIFPro ist zutiefst entsetzt über die Entscheidung des russischen Fussballverbandes und kann diese nicht akzeptieren. Ein Spieler wurde verprügelt und der Verein, der dafür bestraft werden sollten, kommt mit einem zu milden Urteil davon“ – behauptet FIFPro – „Der russische Fussballverband RFS zeigte wie wenig er sich um die Rechte der Spieler kümmert. Im Namen aller Profifussballer der Welt wollen mir unser Besorgnis über die Sicherheit der Profifussballer in Russland äußern.“

FIFPro hat das Video von Gognievs Verprügelung ins Netz gestellt, obwohl der russische Fussballverband das nicht tun wollte.

YouTube Preview Image

UEFA schweigt

Noch hält sich UEFA jedoch zurück bei diesem Thema. Auf eine Anfrage antwortete der Pressesprecher von UEFA, es wäre die innere Angelegenheit des russischen Fussballverbandes, in die sich UEFA nicht einmischen will, berichtet RIA Novosti.

Der Spieler selbst will über das Thema nicht mehr sprechen, wie er gegenüber der Zeitschrift Sowjetskij Sport sagte. Warum auch immer.

 

 

Einen Kommentar schreiben

Hot Tags