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FEMEN Europatour: Schweiz, Frankreich, Italien und Österreich unter dem Einfluss von Frauen aus Ukraine

Die FEMEN Aktivistinnen haben ihre Тour durch Europa beendet und in die Ukraine zurückgekehrt. Während ca. einer zweiwöchigen Reise durch Schweiz, Frankreich, Italien und Österreich haben die ukrainischen Feministinnen reichlich für Aufsehen gesorgt. Die Europäer kannten die barbusigen Frauen aus den Nachrichten aus Ukraine, in denen die Gruppe gegen das Bild der ukrainischen Frauen im Ausland, gegen die einheimischen Politiker, gegen die Fußball-Europameisterschaft 2012 in Polen und Ukraine, gegen Beamten Willkür und soziale Umstände protestieren. Die Presse-Tour wurde von zahlreichen Medienunternehmen, feministischen Organisationen und von Elena Anna Staller, besser bekannt als Cicciolina, organisiert.

FEMEN's Europatour Plan 2011 | FEMEN

FEMEN's Europatour Plan 2011 | FEMEN

FEMEN in der Schweiz

Ihr erster Halt war am 29.10.2011 die weltbekannteste Uhrenstadt La Chaux-de-Fonds in der Schweiz. Dort fand gleich zu Beginn eine Pressekonferenz im bekannten Club-44 statt, wo Simone de Beauvoir, Jean-Paul Sartre und François Mitterrand auch schon mal waren.

FEMEN im Europa Tournee | La Chaux-de-Fonds, FEMEN

FEMEN im Europa Tournee | La Chaux-de-Fonds, FEMEN

Dort sprachen die Frauen über die Probleme in der Ukraine. „Natürlich wollen wir auch von der Schweiz lernen„, sagt Inna Shevchenko, eine der Anführerinnen von FEMEN, zu Blick.ch. „Sie haben es gut hier. In der Schweiz gibt es zum Beispiel viele feministische Organisationen. In der Ukraine nicht, Feminismus existiert dort einfach nicht. Wenn du auf der Straße sagst, dass du dich für Frauen einsetzt, schauen dich die Leute an, als wärst du ein Idiot. Wir wollen in Europa aber unsere Ideen des neuen Feminismus verbreiten„.

Auf die Frage, was denn der neue Feminismus sei, sagt Irina es sei „der neue radikale Weg für Frauen. Benutze alles, was du hast! Benutze deinen Geist, deinen Körper, deine Kraft. Kämpfe so für deine Rechte„.

Video der Pressekonferenz in La Chaux-de-Fonds

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FEMEN hat die Schweiz auch auf dem Rückweg nach Ukraine noch mal besucht. Am 10. November haben die Ukrainerinen auf dem größten Straßenstich in Zürich protestiert und dort die Sihlquai Strasse blockiert. Die Aktion nannte sich „Frauen sind keine Ware“ und war gegen Zuhälter, Kuppelei und wachsender Sex und Pornoindustrie in Europa gerichtet. Diese Aktion war von der Schweizer Aktivistin Ghislaine Mestral sowie von der liberalen Partei der Schweiz unterstützt.

 

FEMEN in Zuerich | http://femen.livejournal.com FEMEN

FEMEN in Zuerich | http://femen.livejournal.com FEMEN

Femen in Frankreich

Gleich nach La Chaux-de-Fonds, am 31. Oktober 2011, begab sich die Gruppe nach Paris, wo sie große Protestaktionen organisiert und hemmungslos durchgeführt haben. So protestierten die FEMEN-Mitglieder vor dem Haus von Dominique Strauss-Kahn, der im Sommer wegen einer Vergewaltigung in New York angeklagt und dann vom Richter als unschuldig erklärt worden ist.

FEMEN als Zimmermädchen in Paris | Quele: http://femen.livejournal.com/

FEMEN als Zimmermädchen in Paris | Quele: http://femen.livejournal.com/

Frauen haben sich als Zimmermädchen verkleidet und wischten den Boden vor dem Haus des französischen Politiker, der laut Feministinnen zu unrecht freigesprochen wurde. Die Waffen gegen Ungerechtigkeit waren Eimer, Tücher und Lappen, Bürsten und andere Reinigungsutensilien, die normalerweise zum Putzen von Dreck sind. Femen hat ihre Solidarität mit französischen Feministinnen ausgesprochen und Untersuchung von ähnlichen Fällen. Dominik Strauss Kahn, Berlusconi und Bill Klinton seien zu einem Symbol von Straflosigkeit hochrangiger Sexualverbrecher und seien ein Beispiel von Lusterei und Heuchelei von männlicher Elite. Femen sagt es sei schade, wenn die Schönheit-Frankreich in den Händen eines alten Wüstlings.

Video der Protestaktion vor dem Haus von Dominique Strauss-Kahn

Während der Protestaktion hat Dominique Strauss-Kahn die Polizei gerufen. Diese hat aber im Gegensatz zur ukrainischen Polizei die Mädels nicht ins Autos gesetzt und abtransportiert, sondern nur für die Ordnung gesorgt und am Ende der Aktion alles Gute gewünscht.

Danach fuhren sie weiter nach Italien nach dem Zwischenstop in Genf, wo die Femen Aktivistinnen Anna, Alexandra, Inna und Ievgeniia in einer Fernsehsendung von TSR aufgetreten und mit nackten Brüsten gefordert haben, den Sohn von einem ukrainischen Politiker den Andrij Landik ins Gefängnis zu stecken. Er hat in einem Cafe eine junge Frau dreißig Minuten lang geschlagen und beleidigt. Wurde aber dafür nicht belangt und hat sich mit dem Mädchen „vertragen“.

Femen in Italien

Das erste Reiseziel in Italien ist die Stadt der Mode Mailand. Auf der Pressekonferenz „Euro 2012 ohne Prostitution“ haben die Aktivistinnen an die Politiker und Medien appelliert und über das Phänomen vom Sextourismus in Ukraine. Eigene Ansichten haben die Frauen außerdem im Interview für die satirische TV Sendung Le Iene dargelegt.

Als im Gespräch über die italienische Männer ging, sagte Alexandra Shevchenko: „Italienische Männer in der Ukraine sehe ich bloß als Sextouristen an. Könnte ich einen Italiener heiraten? Wenn es eine echte Liebe ist, dann ja. Ansonsten wenn er gekommen ist, um auf Frauen zu jagen, werde ich ihn töten.“

Am nächsten Tag war Femen in Monza bei Mailand zu Besuch. Dort wurde ebenfalls eine Pressekonferenz veranstaltet. Thema dieser war Silvio Berlusconi und sein sexistisches Verhalten mit Frauen.

Der aufständische Rom war am 6. November der nächste Stopp von Femen, die ihre revolutionäre Ansichten und Methoden der globalen Frauenprotesten in der ewigen Stadt verbreiten wollten. Die ukrainischen Frauen haben sich an die Spitze der tausendfacher Demo gestellt, damit Silvio Berlusconi sofort zurücktritt.

Die Aktivistinnen erschienen topless in Farben der italienischen Fahne. Die mitgebrachten Plakate mit Aufschriften «Silvio, che cazzo fai?» und « Fuck you, Silvio!» haben für einen riesigen Beistand und Applaus gesorgt.

FEMEN in Rom protestiert gegen Berlusconi | femen.livejournal.com FEMEN

FEMEN in Rom protestiert gegen Berlusconi | femen.livejournal.com FEMEN

Vatikanstadt wurde von den auszieh-freudigen Frauen ebenfalls nicht verschont. Der streng bewachter Sitz des Papstes war aber schwieriger zu besetzen. Die getarnten Frauen wurde von den Wachen mit ihren Fotos in den Händen erwartet. Zwei von den Frauen wurden schon am Eingang aufgehalten. Alexandra Shevchenko ist es aber gelungen die Sicherheitskräfte zu umgehen und hat auf dem Petersplatz eine topless Aktion während der Sonntagsmesse durchgeführt.

Video der oben ohne Aktion in Vatikan

Diese Aktion hat wohl für Nervosität und Panik bei den Sicherheitskräften gesorgt. Die Journalisten wurden verjagt. Die FEMEN Aktivistinnen sowie eine australische Journalistin wurden verhaftet, die ca. vier Stunden in der Haft bleiben mussten. Und nur Dank Massenmedien konnte man eine Deportation verhindern, wie FEMEN schreibt.

Femen in Österreich

Als letzter Halt auf der Europatour  in Vorarlberg ist leider ausgefallen. Dort war eine Pressekonferenz sowie eine Spendenaktion geplant.

Über Femen

Femen ist eine Aktivistengruppe, die sich 2008 gebildet hat und seither vor allem für die Rechte der Frauen in Ukraine kämpft. Internationale Bekanntheit erlangten sie, da sie meistens oben ohne oder nur spärlich bekleidet für ihre Anliegen kämpfen. Die Gruppe zählt nach eigenen Angaben über 300 aktive Mitglieder, von denen sich jedoch nur 30 nackt zeigen.

Ein Kommentar zu “FEMEN Europatour: Schweiz, Frankreich, Italien und Österreich unter dem Einfluss von Frauen aus Ukraine”

  1. billige lånam 24.04.2013 um 03:38

    billige lån…

    FEMEN Europatour: Schweiz, Frankreich, Italien und Österreich unter dem Einfluss von Frauen aus Ukraine…

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