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Fackelmarsch ukrainischer Nationalisten in Lwiw

In der westlichen ukrainischen Stadt Lwiw, einer der Austragungsorte der Euro 2012 diesen Sommer, haben am Sonntagabend die ukrainischen Nationalisten einen Fackelaufmarsch durch die Innenstadt organisiert. Der Aufmarsch wurde dem Jahrestag der Schlacht von Kruty gewidmet, ca. 130 km von Kiew entfernt. Die Schlacht zwischen der Roten Armee und den Truppen der ukrainischen Volksrepublik hat am 29. Januar 1918 stattgefunden. Die Schlacht hatte strategisch gesehen keine Bedeutung, wurde jedoch zum Symbol der ukrainischen Bewegung gegen die Sowjetunion und wird von Historikern und Zeitzeugen zum Teil sehr gegensätzlich beschrieben und bewertet.

Zwischen halb acht und halb neun hat sich die Kolonne aus zum Teil maskierten Jugendlichen gebildet, es wurden Fackel und Fahnen verteilt. Viele der anwesenden Frauen haben im Gegensatz zu Männern ihre Gesichter nicht versteckt. Die Kolonne ging zum Denkmal von Stepan Bandera, einem nationalistischen Politiker, der von damaligen sowjetischen Regierung zum Tode verurteilt wurde.

Die Jugendlichen waren sehr organisiert und friedlich. Es gab sehr wenig Sicherheitskräfte, weder während des Aufmarsches, noch am Denkmal. Maskierte Männer mit Sprachrohren haben nationalistische Parole ausgerufen und die Menge gelenkt. Am Ziel haben die Teilnehmer die ukrainische Hymne gesungen und dann friedlich auseinander gegangen.

Westukraine mit dem Zentrum in Lwiw ist die Hochburg der nationalistischen Bewegung in der Ukraine, heute wie auch zu den Zeiten der Sowjetunion. Während des zweiten Krieges haben die Truppen der Nationalisten die deutschen Nazis herzlich empfangen, mit der Hoffnung, dass sie die Ukraine von der Sowjetunion befreien würden. Dafür werden sie heutzutage von Russland und Ukrainern aus Osten und Süden kritisiert. Oft gibt es an Nationalfeiertagen zum Teil heftige Zusammenstöße.

 

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