Bitte schreibe deinen Kommentar zu diesem Beitrag. Danke!

Das afrikanische Ghetto in Moskau und die rassistische Radiosendung

Das Afrikanische Ghetto in Moskau. Alle Fotos: Ilja Varlamov

Letzten Donnerstag berichtete der Moskauer Radiosender Vesti-FM von einer für Russland ungewöhnlichen Entdeckung: einem schwarzen Ghetto in Ljuberzi, einem Vorort von Moskau. Das Ghetto an sich wäre ja nichts schlimmes, wenn nicht die in der Sendung vorgetragenen Kommentare der Bewohner, die über das schreckliche Benehmen der Afrikaner berichtet haben: sie sollen aggressiv sein, viel trinken. Nacht sollen sie auf Kinderspielplätzen wild feiern und Tamtam spielen, so dass die Bewohner nicht ruhig schlafen können. Drogenhandel, Prostitution und Gewalt herrschen in den Strassen von Krasnye Gorki, dem besagten Stadtteil von Ljuberzi.

Der Blogger Ilja Varlamov machte sich auf die Reise in den Unruheort um sich selbst von der Situation zu überzeugen. Um es vorneweg klar zu stellen: nichts aus den Berichten von Vesti-FM wurde bestätigt. Der Beitrag entpuppte sich als Provokation in der Jagd auf Einschaltquoten. Dennoch: viele Hörer glauben solchen Berichten und bauen ihre Vorurteile gegen Fremde aus.

Der Stadtteil Krasnye Gorki ist ein abgelegener Bezirk voller billiger Neubauten, einer dicht neben dem anderen. Parkplätze oder Strassen sind (noch?) nicht vorhanden, zumindest nicht im ausreichenden Maße. Und tatsächlich leben hier aus einem unklaren Grund viele Einwanderer aus Afrika. Dennoch bestätigten die Einwohner nicht, was im Radio berichtet wurde. Es gibt viele Paare die aus Afrikanern und Russinnen bestehen. Die Einwohner erzählen die Afrikaner seien freundlich, zurückhaltend und von den Wilden Tamtam Tänzen haben sie noch nie gehört. Schön, dass wir auf diesem Wege auch die Wahrheit erfahren dürfen. Nur die meisten Russen lesen keine Blogs.

Einen Kommentar schreiben

Hot Tags