Normalerweise sind russische Touristen an Weihnachten und Silvester oft zu sehen und zu hören in der Altstadt und in den teuren Boutiquen von München. Denn die Stadt und die Umgebung haben viele Sehenswürdigkeiten, man ist nur wenige Stunden in Richtung Süden auf in den tollsten Skigebieten und kleine und große Geschenke in der bayerischen Hauptstadt einzukaufen ist ein Statussymbol. Und darauf legt man Wert. In der Tat hört man besonders im Winter oft die russische Sprache auf den Münchner Einkaufsstraßen, wie Kaufingerstrasse oder Maximilianstrasse, in den beliebten Restaurants und Brauereien, oder man sieht ausgefallene Autos mit russischen Kennzeichen. Nicht aber in diesem Jahr, wie schon im letzten Beitrag erwähnt wurde.

Das Traumziel Bangkok ist für Russen in weitere Ferne gerückt

Das Traumziel Bangkok ist für Russen in weitere Ferne gerückt

In Russland dreht sich in den letzten Tagen  alles um den Rubel. Kein Wunder, denn die Wirtschaftskrise ist endlich in der Geldbörse der Mittelschicht angekommen. Sylvester – das Weihnachten der Russen – der große Fest – wird dieses Mal anders. In der Mitte des Tisches steht kein Hirschbraten, keine ausgestöpfte Gans, kein Brathähnchen. Nein, dort steht eine große Schüssel Krise. Denn den meisten Russen ist nicht nach feiern zu Mute, weil ihre Gehälter, die in Rubel ausgezahlt werden, sind immer weniger Wert.

Ehemaliger stellvertretender Wirtschaftsminister Iwan Starikow war früher mal ein Landwirt und kennt die Spielregeln auf diesem Gebiet nicht nur aus Zeitungen. Er ist der Meinung, dass zum Jahresende eine durchschnittliche russische Familie ca. 40-42% des Gesamteinkommens für Nahrungsmittel ausgeben wird, wo es im letzten Jahr noch 35% waren.

Eine Wirtschaftsprüfung durch die Handelskammer deckte einige Fehler im „Rosnano“, einem in 2007 gegründeten staatlichen Nanotechnologie-Unternehmen, auf. Am 23. Mai 2013 reagierte sein Geschäftsführer Anatolij Tschubais mit dem Versprechen, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen und in den folgenden 7 Jahren die Nanoindustrie in Russland trotz aller Intrigen aufzubauen.

BRICS-Treffen. Foto: kremlin.ru

BRICS-Treffen. Foto: kremlin.ru

Auf der jüngsten Versammlung der BRICS-Staaten Ende März verabschiedeten die fünf Staatsoberhäupter von Russland, China, Indien, Brasilien und Südafrika den Entwurf eines gemeinsamen Reservefonds. Dieser stellt eine Art Kasse gegenseitiger Unterstützung dar, die nur in Notfällen angefasst werden darf. Der Umfang des Reservefonds beträgt 100 Milliarden US-Dollar. Allein seine Existenz stärkt das Vertrauen der Investoren in Märkte der BRICS-Staaten.

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