Bitte schreibe deinen Kommentar zu diesem Beitrag. Danke!

„Ausraubung“ lautet die Beschuldigung von Ksenja Sobchak gegenüber russischer Polizei

Ksenija Sobchak gehört zu der oppositienellen Bewegung in Russland

Ksenija Sobchak gehört zu der oppositienellen Bewegung in Russland

TV-Moderatorin Ksenija Sobchak beschuldigte die Polizei „einer absoluten Willkür“ während einer Durchsuchung bei ihr zu Hause im Fall der Unruhestiftung bei dem „Marsch der Millionen“. „8 Uhr morgens: einige Personen stürmten mein Zuhause, gaben mir keine Gelegenheit mich anzuziehen, raubten meine Wohnung aus, beleidigten mich“; – schrieb die Journalistin in ihrem Twitter-Blog.

Am Montag davor wurde der Nachrichtenagentur „Interfax“ von einer Quelle der Rechtsschutzorgane mitgeteilt, dass Ermittlungsbeamten im Laufe der Durchsuchung bei Sobchak „eine bestimmte Anzahl an Briefumschlägen mit ausländischer Währung“ im Wert von 1,5 Millionen Euro gefunden hätten. Später sagte die Moderatorin selbst in einem Interview für „Life News“, dass man bei ihr etwa zwei Millionen Euro beschlagnahmte. Laut Worten der Verlagsquelle, deren Mitarbeiter an der Durchsuchung beteiligt gewesen sind, müssen die Ermittlungsbeamten noch genau prüfen, „für welchen Zweck man in der Wohnung kurz vor einer neuen Oppositionsaktion so viel Geld aufbewahrte“.

Sobchak erklärte die Herkunft des Geldes so: „Mein Jahreseinkommen beträgt mehr als zwei Millionen. Habe ich denn kein Recht das Geld zu Hause aufzubewahren, wenn ich kein Vertrauen an die Banken habe?“

Außerdem sprach die TV-Moderatorin mit Empörung davon, dass die Ermittler „mit höhnischem Lächeln“ ihre privaten Briefe vorlasen. „Ich hätte nie gedacht, dass wir wieder in das Land der Repressionen zurückkehren werden“, – schlussfolgerte Sobchak.

Außer Moderatorin wurden am Montag, dem 11. Juni auch weitere Personen einer Durchsuchung unterzogen worden: Gründer von „RosPila“ Alexej Navalnyj, einer der Leiter von „Solidarnost“ Il´ja Jaschin, Koordinator von „Levyj front“ Sergej Udalcov sowie andere Organisatoren der Protestaktionen. In vielen Fällen, wie Oppositionskräfte behaupten, handelten „Silowiki“ (Sondereinsatzkräfte) ungerechtfertigt hart, man nahm den Aktivisten Computer, Mobiltelefone, Dokumente und andere private Gegenstände ab.

Im Tagesverlauf riegelten OMON-Einheiten das Büro von „RosPila“ und Stiftung für Korruptionsbekämpfung, deren Leiter Alexej Navalnyj ist.

Außerdem wurden Durchsuchungen bei den Verwandten der Oppositionsleiter durchgeführt. Sergej Udalcov teilte mit, dass die Ermittler die Wohnung seiner Eltern durchsuchten, aber „dort nichts Relevantes fanden“. Nach Angaben der Aktivisten sind auch Eltern von Jaschin und Schwiegereltern von Navalnyj von einer Durchsuchung nicht verschont geblieben.

„Durchsuchungsmaßnahmen“ im Rahmen der Ermittlungen im Fall der Unruhestiftungen am 6. Mai riefen eine strenge Kritik im oppositionellen Milieu hervor. So publizierten Abgeordnete vom „Einiges Russland“ Il´ja Pomomarev, Gennadij Gudkov und Dmitrij Gudkov eine gemeinsame Stellungnahme, bei der sie das Verhalten der Ermittlungsbeamten mit den „Handlungen der Zarenwache in den Tagen kurz vor berühmten historischen Ereignissen“ verglichen.

Für die „Wiederherstellung der Verfassungsordnung Russlands“ appellierten die Parteianhänger von „Einiges Russland“ zu allen anderen Volksvertretern, u.a. zu ihren

Parteigenossen, an dem „Marsch der Millionen“ am 12. Juni teilzunehmen.

Stellvertretende Leiter der Fraktion „Gerechtes Russland“ in der Staatsduma Oksana Dmitrieva kommentierte das Geschehene folgenderweise: „Durchsuchungen und Festnahmen der Versammlungsaktivisten sind ein politischer Fehler. Das führt zur Marginalisierung der Opposition“.

Spitzenkandidaten der Protestierenden meinen, dass die Durchführung von Fahndungen ihr Nicht-Zulassen zur Teilnahme an dem „Marsch der Millionen“ als Ziel hat. Im Rahmen des Falls über Unruhestiftungen wurden Alexej Navalnyj, Sergej Udalcov, Il´ja Jaschin und Ksenija Sobchak am 12. Juni ins Ermittlungskomitee vorgeladen. „Ermittlungsmaßnahmen“ sollten um 11:00 Uhr anfangen, d.h. eine Stunde vor dem Beginn der Zusammenkunft von Teilnehmern des „Marsches der Millionen“.

Einen Kommentar schreiben

Hot Tags