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Angriffe auf Homosexuelle in St.Petersburg und Kiew

Opfer eines homophoben Gewalttats in der Ukraine. Foto: Анатолий Степанов (Anatolij Stepanov), Reuters

Übergriffe auf Schüsse beim Homo-Flashmob in St.Petersburg

Einige Dutzende Menschen versammelten sich am 17. Mai im Petrovskij Park in Sankt-Petersburg, um an einem „Regenbogen-Flashmob“ zur Unterstützung der Rechte von sexuellen Minderheiten teilzunehmen. Die sanktionierte Aktion verlief friedlich: die Teilnehmer verschenkten bunte Luftballons und hielten Plakate mit der Aufschrift: „Homosexualität ist keine Krankheit“.

Jedoch sprang ein unbekannter junger Mann gleich am Anfang des Flashmobs auf einen der Aktivisten zu und schoss aus seiner traumatischen Pistole dem LGBT-Anhänger direkt ins Gesicht. Später schoss er auch auf einen anderen Aktivisten.

Rechtsradikale und Kirchenvertreter bei Gay-Protesten

Dabei war es längst kein einziger Homophober, der sich während der Aktion zeigte. Fast ein Hundert junge Menschen standen hinter der Polizeiabsperrung, schrien Drohworte aus und warfen Flaschen auf Gays. Einer der Anwesenden schleppte ein großes Kreuz aus Holz mit sich, quasi als wortlose Anspielung auf Gottesgericht.

Die Polizei entschied sich zum Wegfahren der Flashmob-Teilnehmer mit dem Bus. Die Angreifer wollten den Bus überfallen, was aber nicht klappte. Stattdessen schlugen sie Fenster in zwei vorbeifahrenden Bussen kaputt, die Gastarbeiter transportierten. Migranten wurden für die Nationalisten genauso passende Hassopfer wie Homosexuelle. Eine Gruppe junger Männer stürmte die Busse, schlug Gastarbeiter aus südlichen Republiken zusammen und schoss aus traumatischen Pistolen.

Übergriffe nach Gay-Pride in Kiew

Ebenso schwer hatten es LGBT-Aktivisten in der Ukraine. Schon wieder schafften sie es nicht auf dem Majdan-Platz in Kiev zu marschieren. Der Wunsch der ukrainischen LGBT-Angehörigen die erste Gay-Parade in Kiev zu starten ging nicht in Erfüllung, da sie von den Nationalisten und anderen Mitgliedern der Gegner von sexuellen Minderheiten gestört wurden. Innerhalb einer halben Stunde trieben sie Menschen mit Regenbogenplakaten auseinander und verprügelten erbarmungslos den Veranstalter der Aktion und Präsidenten des ukrainischen Gayforums Svjatoslav Scheremet.

Der Betroffene stimmte einem Interview für Gazeta.ru zu. Laut seiner Aussage wurden er und sein Kollege Michail Kosjanchuk von Personen in Masken observiert. Sobald die beiden Männer sich von Polizeiautos entfernten, fielen die maskierten Unbekannten über sie her und schlugen die Gays mit den Füßen zusammen. Im Ergebnis wurde Scheremet die Diagnose „Kontusion“ gestellt.

Ukrainische Behörden tatenlos bei homophoben Angriffen

Gay-Aktivist fügte außerdem hinzu, dass er die Angreifer nicht identifizieren konnte und aus diesem Grund keinen Verdacht hegt. Momentan befindet sich die Akte über Schlägerei in der Untersuchung des Kiewer Zentralkomitees. „Diejenigen, die sich an den LGBT vergreifen, werden auch vielen anderen sozialen Gruppen gegenüber aggressiv gestimmt sein, – sagte Scheremet, als man ihn nach den Motiven der Angreifer fragte. – LGBT ist keine Ausnahme, sondern nur ein Element in der gesamten Politik der Aggressivität“.

Früher beschuldigten Menschenrechtler von der Organisation Amnesty International ukrainische Behörden dessen, dass die einheimische Polizei die beschützenden Maßnahmen für Gays verweigerte. „Es war von Anfang an deutlich, dass die Kiewer Miliz eine Gay-Parade keinesfalls begrüßt. Deren Unwille ihren Verpflichtungen zu den adäquaten Schutzmaßnahmen der Versammelten nachzukommen, führte dazu, dass die Organisatoren mit der Angst um ihre Sicherheit da blieben“, – stellte damals der Kampagnekoordinator von Amnesty International in der Ukraine Max Tucker fest.

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