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Altbau – Abriss oder Denkmalschutz?

Abriss-Konzert. Foto: ridus-news.lj.ru

Wenn es um Altbau-Gebäuden geht, gibt es grundsätzlich zwei gängige Ansichten. Die Erste besagt: hütet die Geschichte und die Architektur, denn diese beschert eurer Stadt die Schönheit und Einzigartigkeit. Die Zweite ist die kapitalistische und pragmatische Sicht der Dinge: reißt die alten Hütten ab, an dieser Stelle bauen wir moderne Wohneinheiten mit Tiefgaragen und Glaswänden. Dann können die Bewohner dort modern leben, parken und einkaufen.

Beide Ansichten haben sicherlich das Recht auf Existenz, beide haben ihre Anhänger. Und wie immer, ist es auch bei dieser Frage wichtig, die goldene Mitte zu finden, einen Kompromiss, was für alle Streitparteien am meisten Sinn macht.

Ich denke in Deutschland und einigen anderen europäischen Ländern wurde dieser gesunde Kompromiss gefundenen. Alte Gebäude mit historischer Bedeutung bekommen Denkmalschutz, werden saniert und renoviert. Einerseits werden die Gebäuden so erhalten, andererseits haben die Bewohner moderne Lebensbedingungen, die dem heutigen Lebensstandard entsprechen. Zusätzlich dazu bekommen die Käufer solcher Denkmalimmobilien steuerliche Vorteile und können 80% ihrer Investition steuerlich abschreiben.

Altbau in der Königsallee. Foto: Ana Nuñez

In England sind die alten viktorianischen Häuser dagegen oft in einem miserablen Zustand, nicht saniert und für unsere Verhältnisse veraltet: keine Doppelverglasung, keine Mischbatterie im Bad…

Ein anderes Extremum erlebt man in Russland, wo alte Moskauer Häuser haufenweise abgerissen werden. Die Neureichen bauen moderne Hochhäuser, die dann zu hohen Preisen verkauft oder vermietet werden. Ein Internet-Projekt moskva.kotoroy.net („Moskau, was nicht mehr da ist“) kämpft gegen die Zerstörung der kulturellen Schätze der russischen Hauptstadt und versucht wenigstens in Bildern das „alte Moskau“ festzuhalten.

Neulich haben wir darüber berichtet, wie die Bewohner des Bolschoj Kosichinski Pereulok in Moskau verzweifelt versucht haben, den Abriss des Hauses Nummer 25 zu verhindern. Sie fürchten sich unter anderem, dass der Bau eines großen unterirdischen Parkhauses auch die Sicherheit der angrenzenden Häusern beeinträchtigen kann. Gestern wurde an den Ruinen des Hauses ein Konzert veranstaltet, bei dem sich die Gegner des Abrisses versammelten. Den Bau des Parkhauses werden sie darüber nicht verhindern können.

 

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