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Alle Juden sollen kommen… – Antisemitische Aktion in Moskau

So sieht die Graffiti aus. Foto: Sergei Muchamedow, Ridus.ru

„Alle Juden und Mitglieder der anderen Diasporas der Stadt Moskau sollen am Tag der Ausstellung „Russland für Alle“ am Museum erscheinen. Mitzunehmen sind Papiere, Wertsachen und Lebensmittel für 2 Tage“ – dies ist die Spray-Schablone, die in der Nähe der studentischen jüdischen Organisation Gilel und der Moskauer Synagoge diese Woche auf mehrere Hauswände aufgetragen wurde. Die Leitung der Gilel hat bereits die Moskauer Polizei eingeschaltet, berichtete am Mittwoch Jewish.ru.

Der Inhalt der Schablone erinnert fast 1 zu 1 an die Flugblätter die von den Nazis 1941 in Kiew verteilt wurden. „Alle Juden der Stadt Kiew und der umgebenden Regionen sollen an die Ecke der Melnikov und der Dochturov Straßen erscheinen“ – war der Text der damaligen Flugblätter. Mehr als 33.000 Juden, die an der besagten Stelle erschienen, wurden anschließend in Babyn Jar erschossen. Daher ist Gilel überzeugt, dass es sich um eine antisemitische Aktion handelt

Die Graffitis erwähnen die Ausstellung „Russland für Alle“, die vor Kurzem in Twer und Perm stattfand. Im Moment läuft die Ausstellung in St.Petersburg. In November öffnet sie ihre Türen in Moskau. Der Leiter der Ausstellung Marat Gellman beteuerte, dass die Graffiti-Schablone nichts mit der Ausstellung zu tun haben.

Die Ausstellung Russland für Alle wurde nach den nationalen Unruhen auf dem Maneschnaja Platz im letzten Jahr ins Leben gerufen, um aufzuzeigen, dass weltweit berühmte russische Persönlichkeiten unterschiedlicher Abstammung waren. Zum Beispiel „Wladimir Dal ist Enkel einer Dänin“ oder „Alexander Newski (der Held von St.Petersburg, nach dem die Hauptstraße benannt ist) ist Enkel einer Ossetin„.

 

Ein Kommentar zu “Alle Juden sollen kommen… – Antisemitische Aktion in Moskau”

  1. Lalaboyam 07.10.2011 um 08:41

    Das ist Wahnsinn, es wird immer schlimmer und lächerlicher… Das Problem ist, dass die Leute in Russland gern an Propaganda glauben und die Regierung gegen Rechtsextreme nicht vorgeht…

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