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Baikonur – Der Film: Kinostart am 1.09.2011

Am 1.9.2011 kommt der deutsch-russische Kinofilm „Baikonur“ in die deutschen Kinos.

Das kasachische Wort „baikonur“ ist zusammen mit dem russischen Namen „Juri Gagarin“ in den internationalen Wortschatz aufgenommen worden. Der erste Raumfahrer der Erde ist genau vom Kosmodrom Baikonur in den Weltraum gestartet. Der Name selbst hat eine symbolische Bedeutung: „der fruchtbare Boden“. Übrigens reicht die Fruchtbarkeit dieser Wüstengegend hauptsächlich für die Tulpenblühzeit aus. Aber ab 1957, als das Weltraumzentrum in Betrieb genommen wurde, muss der Boden von Baikonur kolossalen ökologischen Problemen widerstehen.

Von hier aus wurde mehr als die Hälfte aller Weltraumflüge gestartet, die verschiedenen Flugkörperteile, die sich während des Raketenstarts abtrennen, kehren zur Erde zurück und fallen in der Nähe der bewohnten Siedlungen wieder auf den Boden. Dieses alltägliche, nicht besonders feierliche Leben, das sich rund um den Kosmodrom abspielt, ist das Thema, das sich der russische Drehbuchautor Sergej Aschkenasi durch den Kopf gehen ließ, als er auf die Idee für den Film „Baikonur“ kam. In einem Interview für den Radiosender „Golos Rossii“ sagt er:

„Man muss alles gesehen haben: diese Stadt, diesen Weltraumbahnhof, wie die Rakete abfliegt… Das ist einfach fürchterlich. Was auch immer gesagt wird, es stellt eine Riesengefahr für alle dar! Die Menschen spielen nicht nur mit dem Feuer, sie spielen mit ihrem Leben. Alle glauben, Kosmodrom sei ein Startpunkt, von dem aus die Rakete ihre Reise in den Kosmos beginnt. In Wirklichkeit besteht Baikonur aus 25 Kosmodromen, die auf 72 000 qm Fläche ausgebreitet sind. Das ist das Territorium von Kasachstan, das von Russland gemietet wird. Eine der Mietbedingungen ist die Teilnahme der Bevölkerung an seiner Instandhaltung“.

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Der exklusive Drehbuchstoff weckte das Interesse des deutschen Regisseurs Veit Helmer, zusammen mit Sergej Aschkenasi drehte er den Film „Baikonur“. Die Titelfigur des Kinostücks ist der junge Kasache mit dem Spitznamen Gagarin. Er lebt in einem Dorf in einer Jurte, der kasachischen mobilen Nationalbehausung aus Schaftwollfilz. Er arbeitet als Funker: per Funk ermittelt er das Moment des Starts der Rakete und beobachtet ihren Flugkurs.

„Das Kosmodrom ist in das Leben kleiner Siedlungen und Dörfer hinein gedrungen. Sie sind in sein Leben eingedrungen… Wenn ein Weltraumschiff startet, lösen sich von ihm die Stufen ab. Die Bruchstücke dieser Stufen liegen auf dem ganzen großflächigen Territorium zerstreut. Das sind Behälter solcher Größe, dass man daraus ein Haus bauen und da drin leben oder dort Schaffe halten oder eine Küche oder eine Garage einrichten könnte. So ein gegenseitiges Eindringen zweier Welten ist es dort“, – meint Sergej Aschkenasi.

Kosmische Raumgestaltung auf der Erde, „außerirdische“ Liebe des Haupthelden, der sich in eine kosmische französische Touristin verliebt. Sie wird übrigens von dem Fotomodel Marie de Villepin – die Tochter des Ex-Premier Frankreichs – gespielt. Diese Liebe ist wie ein Stern, der vom Kosmos angeflogen kam und für den jungen Mann die irdische Welt in den Schatten stellte. Jedoch soll die romantische Geschichte – nach der Meinung von Sergej Aschkenasi – eher als eine Parabel gesehen werden.

„Der Kosmos erschließt sich für den Menschen, – findet der Drehbuchautor, – aber es bedeutet nicht, dass sie sich gegenseitig brauchen. Wahrscheinlich nützt der Mensch viel mehr sich selbst und der Welt, in der er lebt. Vermutlich ist es richtiger in dieser Welt sich selbst zu finden als in eine andere Welt versuchen hinüberzuspringen“.

Ergänzend sei gesagt, dass das internationale Kinoteam des „Baikonur“-Films die erste Drehstabgruppe geworden ist, die die Erlaubnis für die Filmaufnahmen auf dem Terrain des legendären Kosmodroms bekommen hatte.

 

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