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4 Tage im Mai – Der deutsche Film mit Russischen Schauspielern

4 Tage in Mai. Film - Plakat

Auf dem Internationalen Kinofestival von Locarno ist der deutsche Film „4 Tage im Mai“ mit einer Besetzung aus russischen Schauspielern gezeigt worden. Der neue Film von Achim von Borries läuft ab dem 29.09.2011 in deutschen Kinos.

Die Handlung des Films vom deutschen Regisseur Achim von Borries spielt sich ganz am Ende des Zweiten Weltkrieges ab. Der Zug des Kapitäns Kalmykov (Alexej Gusev) nimmt das küstennah gelegene Waisenhaus ein, um den Abgang der deutschen Truppen ans Meer nicht zuzulassen. Die Deutschen würden sich lieber in die englische Gefangenschaft geben wollen als in die russische, was leicht verständlich ist.

Weder die eine noch die andere Seite mag zu Kriegshandlugen übergehen: wer will schon ganz am Ende des Krieges sterben? Der Film gründet auf realen Ereignissen, die aus der Perspektive des 13-jährigen Neffen der Pensionswirtin gezeigt werden, der am Anfang sehr komplizierte Gefühle gegenüber russischen „Soldaten“ entwickelt.

Was weniger verwunderlich ist: die lüsternen Soldaten versuchen immer wieder das Mädchen ins Bett zu kriegen, in das er selbst verliebt ist. Aber das Mädchen hat einen geheimen Beschützer – den wunderbaren Kapitän Kalmykov, der schon mehrmals in Strafbataillons für die Wahrheit hinhalten musste, aber seinen edlen Draufgängertum nicht abgebüßt hat: er ist nach wie vor bereit dem Vorgesetzten die Nase zu schlagen, wenn der sich an dem hübschen deutschen Mädchen vergreifen würde. Das Fräulein selbst hat aber eigentlich nichts dagegen sich mit dem attraktiven Funker und Pianisten Fedjunin (Grigorij Dobrygin aus den Filmen „Der schwarze Blitz“ und „Wie fand ich diesen Sommer“) im Keller zu treffen. Aber aus ihrer unglaubwürdigen Liebe kann selbstverständlich nichts werden.

Hier ist der „4 Tage im Mai“ Trailer

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Die vor kurzem von Archiven freigegebene wahre Geschichte davon, wie die sowjetischen Soldaten die deutschen Frauen und Kinder von den Wlassowern verteidigten, hat den jungen Regisseur von Borries, den Erben der Dynastie von „Münchener Barons“ , zutiefst erschüttert. Sein Wunsch den russischen Soldaten zu besingen soll jedenfalls begrüßt werden, obwohl man das Schemenhafte vieler Inhaltslinien und eine offensichtliche „Künstlichkeit“ (womöglich nur für den russischen Blick) nicht unberücksichtigt lassen kann.

Guskov, Dobrygin und Ivan Schwedov kämpfen selbstlos gegen die Gesetztheit des Drehbuchs, indem sie ihre Rollen als lebendige Charaktere aufleben lassen, aber sie würden es noch besser mit einem normalen Dialogtext, der nicht ganz so auffallend als deutsche Übersetzung russischer Worte klingt, viel besser vermögen. Das Ganze behinderte jedoch nicht den Erfolg des Kinostreifens beim Publikum in der Schweiz, das leicht sein humanistisches Pathos erschloss. Der größte Kinosaal der Welt, der gleichzeitig für 8000 Zuschauer auf dem Hauptplatz in Locarno – Piazza Grande – bietet, applaudierte dem Film und den russischen Schauspielern, die endlich die Chance bekamen, europäische und internationale Berühmtheit zu erlangen.

Die gegnerischen Deutschen: Oberstleutnant Alexander Held und Oberleutnant Martin Brambach

Diese genießen übrigens auch jetzt schon ihren Ruhm: der in der Tschechei und Deutschland lebende Schwedov wirkt in der Fortsetzung von „Mission: Impossible“ mit. Nach dem großen Erfolg von „Wie fand ich diesen Sommer“ auf der Berlinale kann Dobrygin bereits jetzt auf den Dreh für zwei deutsche Filme stolz sein. Und Alexej Guskov, der die Hauptrolle in dem französischen Film-Megahit „Das Konzert“ übernahm, ist heutzutage wahrscheinlich einer der meist gefragten russischen Schauspieler europaweit.

 

Ein Kommentar zu “4 Tage im Mai – Der deutsche Film mit Russischen Schauspielern”

  1. Barbara Suhrenam 19.08.2011 um 22:27

    ab 1.9. in verschiedenen Städten (Berlin, Hamburg, München, Nürnberg, Leipzig …) doch noch im Kino zu sehen:
    „How I ended this Summer“ von Alexei Popogrebsky
    mit GRIGORY DOBRYGIN und SERGEJ PUSKEPALIS, die bei der Berlinale 2010 für ihre Rollen mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet wurden,
    in der russ. Originalfassung mit dt. Untertiteln.

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